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Historische Schlacht : Als Napoleon die preußische Armee vernichtete

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Schlachtgetümmel bei Jena Bild: AP

Mehr als 1000 Komparsen aus 17 Ländern reisten an, um die entscheidende Schlacht des französischen Kaisers gegen die preußisch-sächsischen Truppen vor 200 Jahren nachzustellen. Damals starben 30.000 Menschen auf den Schlachtfeldern bei Jena und Auerstedt.

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          Am 200. Jahrestag der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 haben militärgeschichtliche Vereine aus 17 Ländern Napoleons historischen Sieg über Preußen wieder aufleben lassen. Auf dem einstigen Schlachtfeld vor den Toren Jenas verfolgten am Samstag bei neblig-trüben Wetter mindestens 15.000 Schaulustige aus dem In- und Ausland die nachgestellten Gefechte. Dafür waren rund 1500 Akteure in originalgetreuen Uniformen aufmarschiert.

          Das ist eine vergleichsweise kleine Zahl gegenüber der rund 240.000 Soldaten, die sich vor 200 Jahren tatsächlich gegenüberstanden. Am 14. Oktober 1806 hatten Napoleons Soldaten in der Doppelschlacht die preußische Armee und die mit ihr verbündeten sächsischen Truppen vernichtend geschlagen. Die Schlacht gilt als einer der größten militärischen Triumphe Napoleons. Der Sieg der französischen Truppen und ihrer Verbündeten über die preußisch-sächsischen Truppen leitete das Ende des altpreußischen Staates und tiefgreifende Reformen in Deutschland ein. Zudem gilt die Doppelschlacht als Ausdruck der Wandlung Napoleons zum Welteroberer.

          Keine Kriegsverherrlichung

          Die Veranstaltung soll nach den Worten der Organisatoren keine Feier des Krieges, sondern eine Gedenkveranstaltung sein. Zum Auftakt haben Kirchenglocken der Opfer der Kämpfe auf dem Hochplateau bei Jena gedacht. Bei der Schlacht vor 200 Jahren mit über 200.000 Soldaten waren mindestens 30.000 Menschen ums Leben gekommen. In den Dörfern rund um das Schlachtfeld luden Kirchen zu Friedensgebeten ein. In Gottesdiensten am Sonntag predigen der Eisenacher Bischof Christoph Kähler und sein Magdeburger Amtskollege Axel Noack.

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          Historische Schlacht : Als Napoleon die preußische Armee vernichtete

          Die Doppelschlacht von Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 gilt neben der „Dreikaiserschlacht“ von Austerlitz im damaligen Österreich 1805 als der wichtigste militärische Erfolg des französischen Kaisers Napoleon. In den beiden Schlachten vor den Toren der thüringischen Universitätsstadt und im etwa 25 Kilometer weiter nördlich gelegenen Auerstedt standen sich insgesamt 240 000 Soldaten der verfeindeten Mächte Preußen und Frankreich gegenüber, die aber nicht alle in die Kämpfe eingriffen.

          Ungleiche Gegner

          Die preußische Armee wurde buchstäblich vernichtet. Seit dem 8. Oktober war die französische Armee von Süden in drei Kolonnen nach Ostthüringen einmarschiert und schwenkte schließlich direkt nach Jena, wo Napoleon die preußische Hauptarmee vermutete. Diese hatte sich am Vorabend der Doppelschlacht in Richtung Auerstedt zurückgezogen. Bei Jena stand das von Napoleon befehligte rund 96.000 starke französische Hauptheer einem preußisch-sächsischen Teilheer mit etwa 41.000 Soldaten unter dem Oberkommandierenden Fürst von Hohenlohe gegenüber.

          In Auerstedt traf die von Napoleons Schwager Marschall Nicolas Davout geführte dritte Division der französischen Armee (27.300 Soldaten) auf das nahezu doppelt so starke preußische Hauptheer (50.000 Soldaten). In beiden Schlachten wurden mindestens 30.000 bis 35.000 Soldaten getötet oder verwundet, mehr als 10.000 Preußen gerieten in Gefangenschaft. Unter den Schlachtverlierern waren auch die späteren preußischen Heeresreformer Gerhard von Scharnhorst und Graf Neidhardt von Gneisenau.

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