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Herzblatt-Geschichten : Direktkontakt mit Herrn Obama

Ist es nun zum direkten Kontakt mit Schauspielerin Sibel Kekilli gekommen? Barack Obama schweigt dazu. Bild: AP

Angela Merkels Privatleben bietet in den Klatschblättern der Woche nicht viel neues. Doch ein schreiendes Kleinkind treibt sie zu überraschenden Gesten. Mehr Überraschendes auch vom verstorbenen Künstler Dalí.

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          Da hat uns Angela Merkel ja wieder eine turbulente Woche beschert, und insofern ist es nur folgerichtig, dass sie abermals ein Cover ziert: „Angela Merkel & ihr Joachim – Ihr geheimes Privatleben – Zum ersten Mal öffnen sie ihre Türen“, titelt Woche heute.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Im Blatt selbst stehen dann wieder nur olle Kamellen, dass die Kanzlerin gern kocht und so weiter, aber eine Anekdote, die sich in einem Restaurant in Templin zutrug, hatten wir nicht im Gedächtnis: „Ein Gast hatte ein Baby bei sich, das ununterbrochen schrie. Angela Merkel schaute mütterlich nach dem Kleinkind und schickte dann ihre Bodyguards – die sich um den Säugling kümmerten und ihn wippten, bis er einschlief. Wie sympathisch!“

          Andererseits auch leichtsinnig; wollten wir, was wir natürlich niemals täten, ein Attentat auf die Kanzlerin verüben, wir würden ein schreiendes Baby mitnehmen. Die Bodyguards wären dann aus dem Weg geräumt.

          Obama unnahbar

          An wen man nicht so leicht rankommt, das ist Barack Obama. Der war ja kürzlich beim Deutschen Medienpreis und wurde dort, wie Bunte schrieb, so sehr abgeschirmt, dass es viele Menschen „nicht in seine unmittelbare Nähe“ schafften, so die Schauspielerin Sibel Kekilli. Diese Woche nun findet sich in Bunte eine Gegendarstellung, in der Kekilli erklärt: „Hierzu stelle ich fest: Anders als von Ihnen behauptet, ist es zu einem direkten Kontakt zwischen Barack Obama und mir gekommen.“

          Da mag sie recht haben, im Text eines anderen Blattes wird das auch beschrieben, es wirkt freilich doch leicht eitel und gibt Bunte Gelegenheit zu süffisanten Anmerkungen: „Wir freuen uns, dass es Frau Kekilli doch noch gelungen ist, Herrn Obama abzupassen...Der große Moment der Begegnung zwischen der Schauspielerin und dem 44. Präsidenten der USA blieb uns leider verborgen.“

          Abschließend klären könnte die Sache nur Obama selbst. Wir sind gespannt auf seine Gegendarstellung. Was übrigens Obamas Nachfolger betrifft, so würden die meisten Frauen keinerlei Anwaltskosten scheuen, um nachzuweisen, dass sie ihm niemals, nicht mal von ferne, begegnet sind.

          Für den Vaterschaftstext exhumiert

          Womöglich zugänglicher als Obama ist Salvador Dalí – jedenfalls sollen laut Bild fast drei Jahrzehnte nach dessen Tod seine Überreste für einen Vaterschaftstest exhumiert werden. Bild ernennt Dalí prompt zum „Verlierer des Tages“, was Fragen aufwirft: Haben Tote noch was zu verlieren? Könnte Dalí nicht sogar etwas gewinnen, nämlich ein Kind? Außerdem können wir uns gut vorstellen, dass der alte Exzentriker die Idee, nach all den Jahren wieder ausgebuddelt zu werden, ganz vergnüglich fände.

          Fast drei Jahrzehnte nach dem Tod des Künstlers wurden Dalís Überreste für einen Vaterschaftstest exhumiert.
          Fast drei Jahrzehnte nach dem Tod des Künstlers wurden Dalís Überreste für einen Vaterschaftstest exhumiert. : Bild: AFP

          Auch recht lustig: Was Moderatorin Janin Ullmann Frau im Spiegel über den Anfang ihrer Beziehung mit ihrem Schauspielergatten Kostja erzählt, als sie sich beide „richtig was vorgegaukelt“ haben: „Kostja hat damals so getan, als sei er ,Gilmore Girls‘-Fan, und ich bin alle zwei Wochen mit ihm ins Stadion zum HSV gegangen. Mittlerweile weiß ich, er hat das größere Opfer gebracht, denn ich interessiere mich tatsächlich für Fußball.“ Sehen wir anders: Keine Fernsehserie der Welt kann so schlecht sein, dass wir sie nicht einem HSV-Spiel vorzögen.

          Fantasierter Hai-Angriff auf Katzenberger

          Nichts vorgaukeln lassen will sich Florian Stadler, ebenfalls Schauspieler, der Bunte erzählt: „Ich habe ein Buch über Augenbewegungsmuster gelesen und wollte herausfinden, ob mich meine Freundin angelogen hat. Im Gespräch habe ich dann vor lauter Nachdenken vergessen, welche Blickrichtung für Wahrheit und welche für Lüge steht.“ Angesichts dieser Beichte scheint uns wahrscheinlich, dass Ihre Freundin nun die Augen ganz nach oben verdreht, und was das bedeutet, Stadler, wissen bestimmt selbst Sie.

          Ebenjene Reaktion haben wir gezeigt, als wir die In-Schlagzeile lasen: „Daniela Katzenberger – Hai-Attacke auf Mallorca – Die dramatischen Fotos“. Sicher, vor Mallorca wurde ein Hai gesichtet, aber der, wie In neben einem sehr undramatischen Foto zugibt, „schwamm seelenruhig zwischen den Touristen umher“, hat niemanden attackiert und starb alsbald aufgrund einer Verletzung.

          Katzenberger lebt auf Mallorca, verpasste den Hai aber dennoch.
          Katzenberger lebt auf Mallorca, verpasste den Hai aber dennoch. : Bild: dpa

          Katzenberger, obzwar sie auf Mallorca lebt, war natürlich gar nicht in der Nähe. Für alle Fälle empfiehlt In beim Baden „einfarbige, helle Kleidung“, denn „glitzernder Schmuck oder zu viele Farbkontraste würden die Tiere anlocken“. Am besten schwimmen Sie einfarbig gekleidet inmitten von Menschen mit Glitzerschmuck und Farbkontrasten; Ihnen selbst dürfte dann nichts passieren.

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          Weit häufiger gesichtet als Haie vor Mallorca wird Schauspieler Sky du Mont mit seiner Begleiterin Christine Schütze, die ihm diesmal, wie Bild behauptet, „zärtlich die Hand an den Po legt“. Gleichwohl beharrt du Mont, sie seien „nur Kollegen und richtig gute Freunde“ – und „wenn es danach geht, wo ich meine Hand hinlege, wäre ich auch mit Inge Meysel zusammen gewesen“. Die dann aber, wenn wir uns an ihre hyperaktiven Hände erinnern, extrem polyamourös gelebt hätte. Doch wenn Sie, Herr du Mont, die ständigen Fragen nerven: Sagen Sie doch einfach, Frau Schütze sei Ihr Bodyguard.

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