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Kohls Grab : „Jetzt ist es würdig“

Helmut Kohls Grab im Adenauerpark in Speyer Bild: dpa

Zum zweiten Todestag Helmut Kohls am 16. Juni hat seine Witwe Maike Kohl-Richter sein Grab neu gestalten lassen. Der endgültige Zustand soll das aber immer noch nicht sein.

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          Jetzt ist die Sicht auf das Grab wieder frei. Drei Tage lang wurde Helmut Kohls Ruhestätte im Speyerer Adenauerpark hinter einer blickdichten Plane umgestaltet. Am Freitag ist es weiter mit einem niedrigen Zaun abgesperrt und videoüberwacht, noch immer steht ein schlichtes Holzkreuz darauf. Doch die Holzeinfassung ist jetzt einer Einfassung aus pfälzischem Buntsandstein gewichen. Auch wenn es wieder nur eine Übergangslösung sein soll: Das Grab hat jetzt keine provisorische Anmutung mehr.

          Jannik Waidner
          Redakteur in der Wirtschaft

          „Endlich hat sich was getan“, sagt ein Mann Mitte siebzig, der am Freitagmorgen mit seinem Fahrrad vor dem Grab hält. „Jetzt müsste man nur noch das Holzkreuz mit einem Grabstein ersetzen, am besten aus dem gleichen Material wie die Einfassung.“ Er frage sich aber noch, wozu der Stein rechts neben dem Grab gut sei. „Vielleicht als Bank?“

          Anlass für die Umgestaltung des Grabs ist der zweite Todestag Helmut Kohls am 16. Juni. In den vergangenen drei Tagen sei Maike Kohl-Richter vormittags am Grab gewesen, sagt Klaus Kuhn, der in der Bernhardskirche, heute wenige Meter vom Grab Kohls entfernt, 1962 zur Kommunion gegangen war, und sich am Freitag das neu gestaltete Grab ansieht.

          Am provisorischen Zustand und der Schlichtheit der Grabstätte hatte es aus der Bevölkerung und in Medien Kritik gegeben: Das Grab sei der Bedeutung Kohls nicht angemessen. Sein Sohn Walter bezeichnete das Grab als „würdelos“ und kritisierte Zaun und Videoüberwachung.

          „Jetzt ist es würdig“

          Die Beziehung der Söhne Kohls zu Kohl-Richter gilt als zerrüttet; kurz nach dem Tod seines Vaters wurde Walter Kohl sogar der Zutritt in sein Elternhaus in Ludwigshafen verwehrt. Die Brüder hätten sich eine Bestattung ihres Vaters an der Seite ihrer Mutter gewünscht, Kohls erster Frau Hannelore.

          Maike Kohl-Richter hat sich in einem Vertrag verpflichtet, die finale Gestaltung des Grabs mit dem Bistum und der Stadt abzustimmen. Es soll optisch zur Umgebung passen, sich sowohl in den Adenauerpark, den die Stadt verwaltet, als auch in den angrenzenden Domkapitelfriedhof des Bistums einfügen.

          Ein Grabstein sei bisher noch nicht beantragt worden, sagt ein Sprecher der Stadtverwaltung. Die Gerüchte, Kohl-Richter habe sich mit der Bitte um die Übernahme der Kosten für die Gestaltung des Grabs an die Stadt gewandt, seien falsch. Das sei allein Sache der Witwe. Der Bereich der Grabstätte hatte vor der Beerdigung Kohls zum Domkapitelfriedhof gehört. Nach Angaben der Stadtverwaltung übergab das Bistum die Parzelle an die Stadt, die sie wiederum an Kohl-Richter verpachtet habe.

          „Jetzt ist es würdig“, sagt ein Besucher am Freitagmorgen. „Ich finde es gut, dass es nicht so pompös ist.“

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