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Helge Achenbach in U-Haft : Kunstberater soll Aldi-Boss betrogen haben

Der bekannte Art Consultant Helge Achenbach sitzt seit zwanzig Tagen in Untersuchungshaft. Er soll seinen Freund, den Essener Aldi-Unternehmer Berthold Albrecht, um mindestens 18 Millionen Euro übervorteilt haben.

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          Der Fall des seit dem 10. Juni wegen Betrugsverdachts inhaftierten Düsseldorfer Kunstberaters Helge Achenbach hat größere Dimensionen als zunächst angenommen. Wie aus dem Umfeld der Erben des 2012 gestorbenen Unternehmers Berthold Albrecht, Sohn des Aldi-Nord-Gründers Theo Albrecht, bekannt wurde, soll Achenbach den mit ihm befreundeten Milliardär um mindestens achtzehn Millionen Euro betrogen haben, als er für ihn Kunstwerke und Oldtimer erwarb: Statt, wie verabredet, zum Einkaufspreis soll er die Bilder und Autos mit verdeckten Aufschlägen weitergegeben, die Differenz einbehalten und so auch eine höhere Provision kassiert haben.

          Hat Helge Achenbach Rechnungen frisiert?

          Andreas Rossmann
          Freier Autor im Feuilleton.

          Wie die Essener Oberstaatsanwältin Anette Milk gegenüber dieser Zeitung sagte, besteht „ein Anfangsverdacht gegenüber einem zweiten Geschädigten“. Außerdem gebe es, so heißt es aus Justizkreisen, die Möglichkeit weiterer Geschädigter. Als Mittel zum Zweck des Betrugs nannte Milk, dass Achenbach Rechnungen für Gemälde, die auf Dollar ausgestellt waren, auf Euro-Beträge umfrisiert habe. Ausdrücklich trat die Oberstaatsanwältin der Darstellung der Familie Achenbach entgegen, wonach dem Kunstberater keine Möglichkeit gegeben wurde, sich sachgerecht zu den Vorwürfen äußern zu können: „Selbstverständlich hatte Herr Achenbach Gelegenheit zur Stellungnahme, erstmals am Tag der Verhaftung, aber auch danach, insbesondere durch seine Anwälte.“

          Er gilt als schillernde Figur

          Wer ist Helge Achenbach und welche Rolle spielt er im Kunstbetrieb? Ein Nachfahre von Andreas und Oswald Achenbach, den Fürsten der Düsseldorfer Malerschule, ist er nicht, doch die gemutmaßte Verwandtschaft hat ihm, das gibt er gerne zu, „in Kunstkreisen das eine oder andere Mal Türen geöffnet“. Die führen längst über das Rheinland hinaus und in die Ateliers bekannter Künstler ebenso wie in die Kommandozentralen von Wirtschaft und Politik: Der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach hat für große Unternehmen, Banken und Versicherungen Kunstwerke, auch ganze Kollektionen und Konzepte vermittelt.

          Seit 2005 berät er vor allem Privatleute und Familienunternehmen, so hat er die Sammlung „Rheingold“, die er 2001 mit den vier Brüdern Viehof gründete, 2008 um Teile der Sammlung des Kölner Arztes Reiner Speck erweitert. Die Professionalität des Art Consultant Achenbach ist in der Szene wenig umstritten; dass er, umtriebig und bestens vernetzt, als schillernde Figur gilt, hat eher mit seinen Nebenaktivitäten in der Gastronomie oder als Präsident von Fortuna Düsseldorf zu tun, die unter ihm (1997 bis 2001) in die Amateurliga abgestiegen ist. In der Düsseldorfer Lokalpresse wird der Fall des Art Consultant als eine Art „Kir Royal“ am Rhein hingestellt. Die Untersuchungshaft war wegen Fluchtgefahr angeordnet worden.

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