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Heftiger Schneesturm : New York fast abgeschnitten von der Welt

  • Aktualisiert am

Schneeberge: Ein New Yorker befreit sein Auto Bild: dapd

Die amerikanische Ostküste versinkt im Winterchaos: Nach einem Schneesturm ist New York so gut wie abgeschnitten von der Welt. Doch auch in Europa bleibt es bitterkalt. In Deutschland klagen Bahnreisende noch immer über Verspätungen und Zugausfälle.

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          Der Winter zeigt sich in Europa und den Vereinigten Staaten von seiner eisigen Seite: Bei tiefen Minusgraden fahren in Deutschland weiterhin viele Züge zu spät oder entfallen ganz, an der amerikanischen Ostküste legte ein Blizzard das öffentliche Leben fast komplett lahm. Alle drei New Yorker Flughäfen mussten am Montag geschlossen werden - so auch der John-F.-Kennedy-Airport, einer der verkehrsreichsten der Welt. Weit schlimmer: In Europa sind immer mehr Kältetote zu beklagen - auch in Deutschland sind bereits Menschen erfroren.

          Nach den heftigen Schneestürmen der vergangenen Tage kehrt der Nordosten der USA nur langsam zur Normalität zurück. Nach fast 24-stündiger Zwangspause nahmen die drei New Yorker Flughäfen am Montagabend den Betrieb wieder auf. Tausende Gestrandete hofften darauf, am Dienstag eine Maschine zu erwischen und ihre Reise endlich fortsetzen zu können. Doch die Fluggäste mussten weiter mit Verzögerungen rechnen. Insgesamt 4500 Flüge seien wegen des Schnees gestrichen worden, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft im New Yorker Fernsehen. Es werde zwei bis drei Tage dauern, diesen Rückstand aufzuholen.

          Sturm zieht weiter

          Inzwischen zog der Sturm weiter nach Kanada, und an der Ostküste der USA zeigte sich die Sonne. Doch wegen der klirrenden Kälte bleibt ungewiss, ob der New Yorker Time Square noch rechtzeitig für die traditionellen Silvesterfeierlichkeiten vom Schnee befreit werden kann. In der vom Blizzard besonders hart getroffenen Metropole New York beeinträchtigten auch am Dienstag noch meterhohe Schneeverwehungen das öffentliche Leben. Der U-Bahn- und Zugverkehr lief noch längst nicht wieder nach Fahrplan.

          Langsame Rückkehr zur Normalität in New York

          Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 95 Kilometern pro Stunde war der Schneesturm über die Ostküste hinweggefegt und hatte den Großraum New York und viele andere Regionen gelähmt. Nur wenige Amerikaner wagten sich in die Einkaufszentren, die sonst unmittelbar nach Weihnachten auf hohe Umsätze hoffen können. Die in Manhattan ansässigen Vereinten Nationen sagten sämtliche Sitzungen ab.

          Verspätungen und Zugausfälle in Deutschland

          Bei klirrend kalten Temperaturen und Neuschnee gab es im Norden Deutschlands in der Nacht zum Dienstag zahlreiche Unfälle. Auch in Berlin und Brandenburg führt der Winter weiterhin zu schwierigen Verkehrsverhältnissen. Bahnreisende müssen auch in den kommenden Tagen mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Wegen des eisigen Winters gibt es weiter Probleme auf einigen Strecken. Ein Sprecher der Bahn sagte, der Fernverkehr habe sich stabilisiert. Das Unternehmen sieht hohe Entschädigungszahlungen für genervte Reisende.

          Das Bahn-Chaos der vergangenen Tage und Wochen sorgt unterdessen weiter für politische Diskussionen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Ich habe mehrfach gesagt, dass ich erwarte, dass die Züge bei plus vierzig Grad genauso wie bei minus vierzig Grad funktionieren müssen.“

          In Polen bereits 127 Kältetote

          Zugleich betonte er, der bundeseigene Konzern tue bereits viel, um den Zugverkehr zuverlässiger zu machen. In den Werkstätten seien Kapazitäten aufgestockt, Enteisungsanlagen aufgerüstet, hunderte Gleis- und Weichenheizungen nachgerüstet. Doch mehr beheizte Weichen würden bei dem extremen Wetter nur bedingt helfen. Die Bahn setze deshalb rund um die Uhr mehr als 10.000 Kräfte zum Schneeräumen ein.

          Zahlreiche Fernzüge sind auch deswegen überfüllt, weil die Bahn das Angebot auf einigen ICE-Strecken seit Mitte Dezember ausgedünnt hat - etwa durch kürzere Züge. Damit will die Bahn einen Puffer schaffen, um bei Ausfällen Reserven zu haben.

          In Deutschland war es bitterkalt: Im Allgäu bei Leutkirch-Herlazhofen sank die Temperatur in der Nacht zum Montag auf minus 17 Grad, wie ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte. Bald werde auch die Minus-20-Grad-Marke geknackt. In Ulm starb ein Obdachloser bei minus zehn Grad. Der 57-Jährige hatte sein Lager in einem Gebüsch aufgeschlagen. Bereits am Sonntag erfror in Trier ein 51-Jähriger. Im Nachbarland Polen gab es in diesem Winter bereits 127 Kältetote, wie aus einer neuen Statistik hervorging. Allein über Weihnachten erfroren acht Menschen. Im vergangenen Winter zählte Polens Polizei insgesamt 289 Kältetote.

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