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Havarie : Nach Tankerunglück vor Spanien Öl-Barrieren aufgebaut

  • Aktualisiert am

Schlagseite: Tanker „Prestige” verliert vor Spanien Schweröl Bild: dpa

Der Öl-Teppich ist nur noch zehn Kilometer von den Küste Galiciens entfernt. Spanische Behörden geben aber trotzdem Entwarnung.

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          Die Gefahr einer riesigen Umweltkatastrophe ist nach Angaben spanischer Umweltbehörden weitgehend gebannt. Nach dem Tankerunglück vor Nordwestspanien sind auf einer Länge von acht Kilometern entlang der Küste Galiciens Öl-Barrieren aufgebaut worden. Sie sollen notfalls den fast 40 Kilometer langen und 200 Meter breiten Öl-Teppich aufhalten, der sich nach der Havarie des Schiffes gebildet hat.

          Die Gefahr einer riesigen Umweltkatastrophe sei jedoch weitgehend gebannt. Aus dem leckgeschlagenen Großtanker „Prestige“, der mit 77.000 Tonnen Öl an Bord vor dem Nordwesten Spaniens auseinander zu brechen drohte, trete kein Öl mehr aus. Das Schiff sei aufgerichtet worden und habe somit keine Schlagseite mehr. Es fuhr in der Nacht weiter auf das offene Meer hinaus, nachdem es gelungen war, die Maschinen wieder in Gang zu setzen. Unterstützt wurde die „Prestige“ dabei von vier Schleppern.

          Öl soll umgepumpt werden

          Die spanischen Behörden erwarten, dass das Schiff bis zum Morgen mehr als 100 Seemeilen (rund 185 Kilometer) von der Küste entfernt sein wird. Dort will die griechische Reederei des Schiffes mit Hilfe von internationalen Bergungsunternehmen das Öl auf andere Schiffe umpumpen lassen. Spanien erklärte sich damit einverstanden, untersagte es dem Tanker jedoch, nach der Operation in spanische Gewässer zurückzukehren.

          Der unter der Flagge der Bahamas fahrende Tanker war am Mittwoch während eines Sturms in Seenot geraten und mit schwerer Schlagseite auf die Küste zugetrieben. Durch das Leck flossen nach Angaben der Behörden 5000 Tonnen Öl ins Meer. Das Leck konnte später abgedichtet werden. Im Gegensatz zu moderneren Tankern hat die 26 Jahre alte „Prestige“ keine doppelten Außenwände.

          Tanker mit Sicherheitsmängeln

          Der 243 Meter lange Tanker hatte die Route von Riga (Lettland) zur britischen Kolonie Gibraltar befahren. Die EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio kündigte an, Großbritannien müsse in Brüssel Rechenschaft darüber ablegen, ob in Gibraltar die vorgeschriebenen Kontrollen vorgenommen wurden. Nach spanischen Angaben war die „Prestige“ 1999 in New York und Rotterdam wegen Sicherheitsmängeln mit Sanktionen belegt worden.

          Die Naturschutzorganisation WWF (World Wildlife Fund) forderte eine Verschärfung der EU-Regelungen und die Schaffung einer europäischen Küstenwache. Die Organisation Greenpeace betonte, der 26 Jahre alte Tanker sei eine „schwimmende Zeitbombe“. 20 Jahre sei das maximale Alter, das tolerierbar sei. Der Ölteppich bedeutete nach Angaben von Tierschützern eine Gefahr für Tausende von See- und Zugvögeln. Experten suchten die Küste nach verdreckten Vögeln ab.

          An der Küste Nordwestspaniens hatte vor zehn Jahren der Untergang des Tankers „Aegean Sea“ eine der schwersten Umweltkatastrophen ausgelöst. Das griechische Schiff war auf Grund gelaufen und explodiert. Bei dem Unglück in der Bucht der Hafenstadt La Coruña flossen über 70 000 Tonnen Rohöl ins Meer. Die Ölpest verschmutzte 200 Kilometer Küstenlinie.

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