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Gag-Nobelpreise : Wie lange pinkeln Säugetiere?

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David Hu, links mit Klodeckel, nimmt seinen Ig-Nobelpreis in der Sparte Physik von Dudley Herschbach entgegen. Bild: AP

Hühner mit Saugglocken am Hinterteil oder die Auswirkungen von intensivem Küssen: Harvard verleiht die Ig-Nobelpreise für kuriose Forschungen.

          Die durchschnittliche Pinkeldauer von Säugetieren, Hühner mit Saugglocken am Hinterteil und die Auswirkungen von intensivem Küssen: Zehn wissenschaftliche Forschungen, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“, sind in der Nacht zum Freitag an der amerikanischen Eliteuniversität Harvard mit den sogenannten „Ig-Nobelpreisen“ ausgezeichnet worden („ignoble“ heißt auf Deutsch unwürdig). Zu der traditionell schrillen und nicht immer ganz ernstzunehmenden Verleihung mit mehr als 1000 Zuschauern reisten, wie in jedem Jahr, auch echte Nobelpreisträger an.

          Die Ig-Nobelpreise werden, wie ihre Vorbilder, in verschiedenen Kategorien vergeben. So ging beispielsweise der Preis im Bereich Literatur an drei Forscher um Mark Dingemanse vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik im niederländischen Nijmegen, die herausfanden, dass das Wort „huh“ in jeder menschlichen Sprache vorkommt - und auch dafür, dass sie nicht wissen, warum das so ist.

          Klodeckel als Kopfschmuck

          Das Team um David Hu und Patricia Yang gewann in der Sparte Physik. Sie fanden heraus, dass fast alle Säugetiere ihre Blase innerhalb von 21 Sekunden - oder bis zu 13 Sekunden schneller oder langsamer - leeren. „Je größer das Rohr, umso schneller pinkeln sie“, erklärt David Hu, der seinen Preis mit einem Klodeckel um den Hals entgegennahm, im Gespräch mit dem „Guardian“.

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          Die Wissenschaftler Elisabeth Oberzaucher und Karl Grammer von der Universität Wien wollten ausrechnen, ob der marokkanische Sultan Mulai Ismail zwischen 1697 und 1727 wirklich 888 Kinder gezeugt haben kann, wie es in Überlieferungen heißt. Für den originelle Versuch bekamen sie den Mathematik-Preis verliehen.

          Forscher um Bruno Grossi von der Universität von Chile wurden geehrt, weil sie Hühnern eine Art Saugglocke ans Hinterteil befestigten und entdeckten, dass diese sich dann ähnlich wie Dinosaurier fortbewegen. Ein Ig-Nobelpreis ging auch an mehrere Forscher unter anderem aus Japan und der Slowakei, die sich mit den Auswirkungen von intensivem Küssen – gut für die Gesundheit! – beschäftigt haben. „Wie Ihr euch sicher vorstellen könnt, war das ziemlich harte Arbeit“, sagte Jaroslava Durdiaková in ihrer Dankesrede. Die Verleihung fand bereits zum 25. Mal statt.

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