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Griechenland : Schiff mit 680 Tonnen Sprengstoff an Bord gestoppt

  • Aktualisiert am

Festgesetzt: die „Baltic Sky” Bild: dpa/dpaweb

Eine griechische Eliteeinheit hat am Sonntag ein Schiff mit 680 Tonnen TNT-Sprengstoff und einer großen Menge Zündern gestoppt, das nach Sudan unterwegs war.

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          Eine griechische Eliteeinheit hat am Sonntag ein Schiff mit 680 Tonnen TNT-Sprengstoff und einer großen Menge Zündern gestoppt, das nach Sudan unterwegs war. Wie der griechische Minister für Handelsschifffahrt, Giorgos Anomeritis, bei einer Pressekonferenz am Montag mitteilte, stand der Frachter auf einer „Schwarzen Liste“ der internationalen Sicherheitsbehörden. Er ließ zunächst offen, ob der Fall einen terroristischen Hintergrund haben könnte. Die Art und Weise, mit der sich die „Baltic Sky“ auf See bewegt habe, deute auf mögliche Verbindungen zum Terrorismus hin, hieß es in einer späteren Aussage des Ministers im Fernsehen. „Die Menge des Sprengstoffes könnte wie eine Atombombe wirken. Die Untersuchung geht weiter. Wir schließen nichts aus“, sagte er im Fernsehen.

          „Das Schiff sollte ursprünglich nach Sudan fahren. Empfänger war eine Briefkasten-Firma in der sudanesischen Hauptstadt Khartum“, erläuterte der Minister. Diese Firma habe nicht existiert. Aus diesem Grund hätten die Behörden die Route des Schiffes noch genauer beobachtet. Die 680 Tonnen Sprengstoff sind nach den Worten des Ministers „die größte Menge, die bislang im Mittelmeer sichergestellt werden konnte“.

          Anklage erhoben

          Wie griechische Medien am Montagabend weiter berichteten, habe die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die siebenköpfige Besatzung des Schiffes erhoben wegen illegalen Besitzes und Transport von Sprengstoff. Die fünf Männer aus der Ukraine und zwei aus Aserbaidschan wären dazu verpflichtet gewesen, den Transport der gefährlichen Ladung den Behörden zu melden. Auch gegen den unbekannten Auftraggeber des Transports sei Anklage unter anderem wegen Handels mit Sprengstoff erhoben worden, hieß es. Das Schiff sei auf den Komoren registriert und gehöre der Gesellschaft Alpha- Shipping, die auf den Marshallinseln im Pazifik ihren Sitz habe.

          Die Abkürzung TNT steht für den chemischen Sprengstoff Trinitrotoluol. Er wird seit Ende des Ersten Weltkrieges vom Militär für Granaten und Bomben verwendet und heute modernen Sprengstoffen oft beigemischt, um die Detonationskraft zu erhöhen. Außerdem kann TNT im Straßen-, Tunnel- und Bergbau eingesetzt werden. Er gilt als leicht zu handhaben. An Bord des Frachters wurden außer dem Sprengstoff auch mehrere tausend Zünder sichergestellt.

          Wie der griechische Politiker weiter bekannt gab, sei der Frachter „Baltic Sky“ Ende April in Albanien gestartet. Am 12. Mai befand sich das Schiff in Tunesien, wo es möglicherweise den Sprengstoff lud. Es fuhr anschließend nach Istanbul weiter. Seit dem 2. Juni bewegte sich die „Baltic Sky“ im Mittelmeer im Raum des Ionischen Meeres. In der Nähe des kleinen Hafens Astakos im Westen Griechenlands wurde das Schiff in der Nacht zum Montag gestoppt.

          Terrorwarnungen

          Schiffe der Nato-Staaten durchsuchen seit einige Monaten Schiffe im östlichen Mittelmeer. Nach den Bombenanschläge in Saudi-Arabien und Marokko sowie einer Terrorwarnung für Kenia sind die Sicherheitsmaßnahmen in der Region verstärkt worden.

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