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Zurück nach Europa : Greta findet Mitsegel-Gelegenheit

  • Aktualisiert am

Greta Thunberg bei ihrer Einfahrt nach New York Ende August. Bild: dpa

Um es noch rechtzeitig zur Weltklimakonferenz nach Madrid zu schaffen, muss Greta Thunberg bald in See stechen. Ein australisches Youtuber-Paar bringt sie über den Atlantik. Außerdem sieht sie etwas Gutes an Donald Trump.

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          Weniger als drei Wochen vor dem Beginn der nach Madrid verlegten Weltklimakonferenz hat Klimaaktivistin Greta Thunberg eine Rückreisemöglichkeit über den Atlantik gefunden. Sie werde auf dem knapp 15 Meter langen Katamaran „La Vagabonde“ vom amerikanischen Bundesstaat Virginia aus zurück nach Europa segeln, teilte die 16 Jahre alte Schwedin am späten Dienstagabend auf Twitter mit. Das australische Youtuber-Paar Riley Whitelum und Elayna Carausu sowie die englische Profi-Skipperin Nikki Henderson sollen sie demnach zurück über den Ozean bringen. Läuft alles nach Plan, geht der erneute Transatlantik-Törn bereits an diesem Mittwoch los. „Wir segeln morgen früh nach Europa!“, schrieb Thunberg.

          Grund für ihre erneute Segelreise ist die Verlegung der UN-Klimakonferenz von Chile nach Spanien. Eigentlich sollte die Konferenz in Santiago de Chile tagen – sie war einer der Hauptgründe dafür gewesen, weshalb Thunberg im August überhaupt per Hochsee-Segeljacht über den Atlantik nach Amerika gereist war. Chile sagte die Konferenz aber wegen heftiger Sozialproteste ab, Spanien sprang daraufhin als Gastgeber ein. Das Spitzentreffen soll nun vom 2. Dezember an in Madrid abgehalten werden. Thunberg hatte in den vergangenen beiden Wochen ihre Möglichkeiten ausgelotet, um noch rechtzeitig nach Madrid zu gelangen. Den Flieger schloss sie aufgrund der hohen CO2-Emissionen von Flugreisen generell aus.

          Nun freut sich Thunberg nach eigenen Angaben darauf, wieder zurück auf den Ozean zu kommen. „Das ist eine tolle Gelegenheit und ich bin extrem dankbar für das Privileg, solche Dinge zu erleben“, erklärte sie. Die Weltklimakonferenz sei sehr wichtig und sie werde ihr Bestes tun, um rechtzeitig in Madrid einzutreffen. Ob sie es pünktlich schaffe oder nicht, spiele aber keine große Rolle: „Es sind unzählige andere Aktivisten da, die dort sprechen werden und dieselbe Botschaft wie ich überbringen. Und es ist nicht so, dass meine Stimme unersetzbar ist.“

          Auch der Vater ist an Bord

          Das australische Paar hatte sich auf einen Tweet der jungen Schwedin gemeldet. An Bord werden sich auf der Reise auch der kleine Sohn des Seglerpaares sowie Thunbergs Vater befinden. Svante Thunberg war bereits im August dabei gewesen, als seine Tochter vom norddeutschen Segelprofi Boris Herrmann und dessen Co-Skipper Pierre Casiraghi von England aus über den Atlantik nach New York gebracht worden war.

          Whitelum und Carausu segeln nach eigenen Angaben auf der „Vagabonde“ um die Welt und dokumentieren die Reise auf ihrem Youtube-Kanal. Mit ihren Videos wollen sie auf die Wichtigkeit des Ozeans aufmerksam machen und andere dazu inspirieren, alternative Lebensmöglichkeiten auszuprobieren. Ihr Katamaran ist mit Solarpaneelen und Wasserkraftgeneratoren ausgestattet, was die Reise so emissionsfrei wie möglich machen soll.

          Thunbergs Hinfahrt über den Atlantik hatte zwei Wochen gedauert, nun hat sie gute zweieinhalb Wochen, um die Rücktour zu schaffen. Warum sie erneut das Segelboot bevorzuge, erklärte sie so: „Indem ich segele, will ich noch einmal die Tatsache unterstreichen, dass es in den heutigen Gesellschaften praktisch unmöglich ist, nachhaltig zu leben.“

          Thunberg über Trump

          Angesprochen auf Amerikas Präsident Donald Trump, sagte Thunberg, er habe mit seinen teils drastisch geäußerten Zweifeln am Klimawandel womöglich genau das Gegenteil von dem erreicht, was er erreichen wolle. „Er ist so extrem und er sagt so extreme Dinge, dass ich denke, dass Menschen in gewisser Weise dadurch aufgewacht sind“, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.

          „Als er gewählt wurde, habe ich mir gesagt, dass die Menschen jetzt aufwachen werden, dass die Menschen aufwachen müssen“, so Thunberg weiter. „Er hat also womöglich geholfen.“

          Thunberg sorgt seit dem Beginn ihres Klima-Streiks Fridays for Future vor rund einem Jahr für Furore. Inzwischen ist sie zur globalen Ikone im Kampf gegen den Klimawandel geworden und hat weltweit Millionen Menschen mobilisiert.

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