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Bedrohtes Weltnaturerbe : Australisches Great Barrier Reef „in schlechtem Zustand“

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Das größte Riff der Erde beherbergt neben Clownfischen noch 14.000 andere Arten. Nicht ohne Grund gehört das Great Barrier Reef zum Unesco Weltnaturerbe. Bild: AFP

In den vergangenen 30 Jahren starb rund die Hälfte der Korallen im Great Barrier Reef. Trotz Schutzmaßnahmen verbessert sich die Situation für das größte Korallenriff der Erde kaum. Besonders der Klimawandel wird zur Gefahr.

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          Es ist ein einzigartiger Lebensraum für tausende Meerestiere und gilt als Paradies für Taucher aus aller Welt: Dennoch ist das Great Barrier Reef im Nordosten Australiens weiterhin stark bedroht, wie ein von der australischen Regierung veröffentlichter Bericht ergab.

          Dem größten Korallenriff der Erde, das 1981 von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt wurde, macht besonders der Klimawandel und die Folgen von Umweltverschmutzung zu schaffen. Vor allem die Küstengebiete des rund 2300 Kilometer langen Riffs könnten sich von den Schäden nicht schnell genug erholen. Das Great Barrier Reef hat in den vergangenen 30 Jahren etwa die Hälfte seiner Korallendecke eingebüßt.

          In den vergangenen 30 Jahren büßte das Riff fast die Hälfte seiner Korallendecke ein. Besonders der Klimawandel macht den Korallen zu schaffen. Bilderstrecke
          In den vergangenen 30 Jahren büßte das Riff fast die Hälfte seiner Korallendecke ein. Besonders der Klimawandel macht den Korallen zu schaffen. :

          Die Behörden konnten jedoch auch kleine Erfolge vermelden: Wie der australische „Guardian“ vermeldete, wurde beispielsweise die Belastung durch Nitrogen und Pestizide in den vergangenen Jahren deutlich reduziert, das Riff sei aber dennoch in einem sehr schlechten Zustand. Die Chemikalien führen im schlimmsten Fall zu einem Absterben der Korallen und erschweren ihnen die Nahrungsaufnahme und das Wachstum. Zudem vermehren sich durch die erhöhte Nitrogenkonzentration und das immer wärmer werdende Wasser korallen-fressende Seesterne sehr stark. Die Erwärmung des Meerwassers als Folge des Klimawandels stelle jedoch die größere Bedrohung für die Korallen dar.

          Besonders beunruhigend sei, dass es in der Vergangenheit kaum Fortschritte zum Schutz des weltgrößten Korallenriffs gegeben habe, sagte Steven Miles, der Umweltminister des Bundesstaates Queensland. „Der Bericht zeigt ganz klar, dass die aktuellen Programme zum Schutz des Riffs ihr Ziel verfehlen“, ergänzt der Sprecher des World Wide Fund for Nature (WWF) Sean Hoobin.

          Das Riff war in diesem Jahr nicht auf die Rote Liste der gefährdeten Weltnaturerbe gekommen. Allerdings forderte das Unesco-Welterbekomitee die australische Regierung auf, bis Dezember 2016 Fortschritte beim Schutz nachzuweisen. So soll die Wasserqualität weiter verbessert und die Verschmutzung durch Abwässer aus der Landwirtschaft reduziert werden.

          Das Great Barrier Reef beheimatet über 14.000 Arten von Meerestieren und erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 200.000 Quadratkilometer - damit ist es fast dreimal so groß wie Bayern.

          Australien : Unterwegs mit einer Meeresschildkröte im Great Barrier Reef

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