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Sexuelle Belästigung : Uni Frankfurt wehrt sich nach Vorwürfen

  • Aktualisiert am

Kein Einzelfall: Laut Umfragen wird mindestens jede fünfte Studentin an ihrer Universität sexuell belästigt. Bild: Martin Franke

Die Frankfurter Universität hält die Beschuldigungen zweier Studentinnen, im Falle sexueller Belästigung keine Hilfe erhalten zu haben, für „unzutreffend“. Der Asta fordert hingegen Konsequenzen.

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          Das Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt hat sich nach einem F.A.Z.-Artikel über sexuelle Übergriffe verteidigt. Dem Text zufolge hatten zwei Studentinnen nach der Belästigung durch einen Dozenten Hilfe beim Gleichstellungsbüro der Hochschule gesucht. Den Angaben der zwei Frauen zufolge wurde ihnen dabei gedroht: Wenn die Studentinnen ihren Fall in die Öffentlichkeit trügen, hätte das ernste Konsequenzen, erzählten die Studentinnen der F.A.Z. Dazu äußert sich die Universität nun in einer Stellungnahme: „Diese Aussagen sind nie gefallen und entsprechen auch nicht der Haltung und Arbeitsweise der Gleichstellungsbeauftragten.“

          Auch den Vorwurf der beiden Studentinnen, die Universität habe sich bei der Bearbeitung des Falls viel Zeit gelassen oder ihn geringgeschätzt, hält das Präsidium für „unzutreffend“. Eine der beiden Studentinnen beschwerte sich im Dezember 2016 bei der Beratungsstelle. Damals hörte sie ihrer Aussage nach: „Hier kommen Frauen her, die vergewaltigt wurden, was wollen Sie?“

          Die Universität besteht darauf: „Vielmehr hat die Gleichstellungsbeauftragte entsprechend des definierten Beratungsprozesses alle in solchen Fällen üblichen Schritte unternommen, um den Fall – auch in Kooperation mit anderen Stellen der Universität und dem Präsidium – so rasch wie möglich aufzuklären und angemessene Konsequenzen zu ziehen.“ Dazu gehöre auch, dass sie dem Dozenten im Sommer 2017 den Lehrauftrag entzogen habe.

          Der Dozent bestreitet die Darstellung der Studentin und äußerte gegenüber dieser Zeitung: „Offensichtlich hat sich eine der Studentinnen dort belästigt gefühlt. Ich kann mich daran nicht erinnern. Ich habe für niemanden sexuelle Empfindungen, Gefühle, Wünsche entwickelt und gehegt. Wenn das vorgekommen ist, tut mir das furchtbar leid.“ Auch die Universität habe ihm nicht mitgeteilt, was genau er gemacht haben soll und in welcher Situation.

          Die Goethe-Universität, so heißt es weiter in der Stellungnahme, verurteile die sexualisierte Diskriminierung und sexuelle Gewalt auf dem Campus „aufs schärfste“. „Mit Bestürzung nimmt die Universität daher wahr, dass dennoch vereinzelte Angehörige Grenzen verletzen.“ Solche Handlungen würden geahndet werden.

          Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) an der Universität Frankfurt fordert Aufklärung des konkreten Falles, aber auch ein Konzept, welches Maßnahmen gegen sexuelle Übergriffe an der Universität Frankfurt einleitet. Zudem hat der Asta als Reaktion auf den Artikel zu einer Kundgebung auf dem IG-Farben Campus aufgerufen. Sie soll am 17. Januar stattfinden.

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