https://www.faz.net/-gum-pmjf

Glücksspiel : Trickbetrüger erleichtern Casino um 1,7 Millionen Euro

  • Aktualisiert am

Es geht noch viel, wenn die Kugel schon rollt Bild: dpa

Mit einem Laserscanner berechnete ein Ganoventrio den Lauf einer angestoßenen Roulette-Kugel im Casino richtig voraus und räumte ab. Das Tollste dabei: Den Gewinn kann ihnen niemand streitig machen.

          1 Min.

          Mit dem raffinierten Einsatz von Lasertechnik haben drei Glücksspieler die Spielbank des legendären Hotel Ritz in London völlig legal um rund 1,7 Millionen Euro erleichtert. Das Trio aus Osteuropa wurde Mitte März zunächst festgenommen, nachdem es mit einem Mini-Laserscanner und einem Computer die Gewinnfelder am Roulettetisch vorausberechnet hatte, wie die Polizei mitteilte.

          Alle Bemühungen des Casinos zur Vermeidung der Auszahlung waren jedoch umsonst, wie sich nun herausstellte: Die beiden Serben und ihre laut Polizei „wunderschöne“ ungarische Begleiterin durften mitsamt ihrem Gewinn ausreisen, weil ihnen kein Gesetzesverstoß nachgewiesen werden konnte: Sie hatten nicht physisch ins Spiel eingegriffen.

          Scanner im Handy versteckt

          Ihr Scanner war in einem Handy versteckt und maß die Geschwindigkeit der Kugel ab ihrem Ausgangspunkt. Mit den Daten über die Drehgeschwindigkeit der Scheibe errechnete der angeschlossene Mini-Computer, welche Felder auf dem Tisch wahrscheinlich gewinnen würden. Der Vorgang vollzog sich rasend schnell, denn Roulettespieler müssen setzen, bevor die Kugel die dritte Runde dreht.

          Das Trio, dessen Chancen durch den Technikeinsatz um mehr als das Sechsfache stiegen, räumte am ersten Abend 100.000 Pfund ab, wie die Polizei weiter mitteilte. Beflügelt durch ihr Glück versuchten sie es am folgenden Abend wieder und nahmen 1,2 Millionen Pfund ein.

          Überwachungskamera entlarvte den Coup

          Als die Casino-Leitung jedoch die Bilder der Überwachungskameras auswerten ließ, kam sie der 32jährigen und ihren beiden 33 und 38 Jahre alten Begleitern auf die Schliche. Die drei wurden von Polizisten in einem nahen Hotel festgenommen und später gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt. Ihr Gewinn wurde vorübergehend beschlagnahmt.

          Weitere Themen

          Der Gürtel des Kahimemua

          Deutsche Kolonialgeschichte : Der Gürtel des Kahimemua

          Ein von Deutschen getöteter Stammesführer, ein geraubtes Heiligtum, eine Spurensuche: Unsere Autorin über ein Stück Kolonialgeschichte, das jetzt ein Ende finden könnte.

          Chaos auf der „Diamond Princess“ Video-Seite öffnen

          Kreuzfahrtschiff in Yokohama : Chaos auf der „Diamond Princess“

          Hunderte Kreuzfahrtgäste im japanischen Yokohama dürfen nach zwei Wochen Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus die „Diamond Princess“ verlassen. Zahlreiche andere müssen vorerst dort bleiben. Ein Wissenschaftler spricht von chaotischen Zuständen an Bord.

          Topmeldungen

          CDU-Vorsitz : Wer steht hinter den Kandidaten?

          Eine Kandidatur für den CDU-Vorsitz ist kein leichtes Unterfangen. Wer unterstützt und berät Merz, Spahn, Laschet und Röttgen im Hintergrund?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.