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Glosse : Dracula ist kein geschützter Name

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Das Original Bild: dpa

Ottomar Rodolphe Vlad Dracul ist direkter Nachkomme des Namensgebers für Bram Stokers Dracula. Ein Recht an dem Namen hat er keineswegs.

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          „Dracula“ als Name für Wein, wo kommen wir denn da hin? Vlad Tepes Draculea war schließlich eine historische Person und hat sich seinen Ruf als blutrünstiger Schlächter hart erarbeitet. Dass er Namensgeber für den Vampir Dracula in Bram Stokers Roman war, natürlich ebenso. Deshalb hat sein Nachfahre, Ottomar Rodolphe Vlad Dracul, vor dem Landgericht München auch gegen eine Internet-Werbung für Wein unter dem altangestammten Namen geklagt.

          Der transsilvanische Fürst Vlad machte sich im 15. Jahrhundert gleich zwei Beinamen. Sein Tagwerk, das Pfählen unbotmäßiger Untertanen und Gegner mit meterlangen angespitzten Stangen direkt ins Herz, brachte ihm den Beinamen Tepes - der Pfähler - ein. Für seine Grausamkeit und weitere Foltermethoden, die er ersann, bekam er einen zweiten Namen, den bei weitem berühmteren: Dracul, der Drache oder der Teufel, wurde er genannt. Dass Vlad Tepes Draculea auch das Blut seiner Feinde trank, hat wohl dazu beigetragen, dass Jahrhunderte später Bram Stoker diesen Namen für den blutsaugenden Vampir in seinem Roman verwendete.

          Gegen diese Ehre hatte der alte Graf wohl nichts und sein Urahn konnte dagegen nicht mehr klagen. Der Name, den der historische Dracul sich mit den blutigen Taten gemacht hat, ist trotzdem nicht rechtlich geschützt. Die Vertriebsrechte für Weine und Schaumweine der Internetfirma gehen vor und Ottomar Rodolphe Vlad Draculs Klage um den berühmten Namen wurde abgewiesen.

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