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Nach Ghosn-Flucht : Ghosns Fluchthelfer in Japan in Haft

Japan nimmt zwei mutmaßliche Fluchthelfer in Gewahrsam. Bild: dpa

Ende 2019 hat sich der frühere Automanager Carlos Ghosn auf spektakuläre Weise der japanischen Justiz entzogen. Zwei seiner mutmaßlichen Fluchthelfer sitzen nun in Haft.

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          Am Jahresende 2019 wurde der früher mächtige Automanager Carlos Ghosn in einer schwarzen Kiste in einem Privatflugzeug aus Japan geschmuggelt. Ghosn entzog sich so der japanischen Justiz und lebt seither im Libanon, der kein Auslieferungsabkommen mit Japan unterhält. 15 Monate später sind mutmaßliche Fluchthelfer in Japan in Haft. Japan brachte am Dienstag den 60 Jahre alten Amerikaner Michael Taylor, ein früheres Mitglied amerikanischer Spezialeinheiten, und seinen 28 Jahre alten Sohn Peter per Flugzeug nach Tokio. Die beiden sitzen nun in einem Untersuchungsgefängnis, die Staatsanwaltschaft bereitet eine Anklage vor. Ein dritter von Japan gesuchter mutmaßlicher Fluchthelfer ist flüchtig.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Verhaftung beendete einen monatelangen Rechtsstreit um die Auslieferung durch Amerika. Die beiden Taylors wendeten gegen das Auslieferungsbegehren ein, dass die Fluchthilfe für einen auf Kaution Entlassenen in Japan nicht strafbar sei. Die Staatsanwaltschaft in Tokio sieht das anders. Die Amerikaner behaupteten ferner, dass sie in Japans Justizsystem ungerecht behandelt und gefoltert werden könnten. Im Februar scheiterten sie mit ihren Einsprüchen vor dem amerikanischen Supreme Court.

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