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Zu viele Keime : Verbraucherzentrale warnt vor Lachs im Kühlregal

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Bei Zimmertemperatur vermehren sich Keime in Räucherlachs rasant Bild:

In der Vorweihnachtszeit ist Räucherlachs besonders beliebt. Doch Verbraucherschützer stellen dem auf jedem Büffet beliebten Fisch kein gutes Zeugnis aus. Die Zahl der nachgewiesenen Keime kann nicht nur den Appetit verderben.

          Räucherlachs und Graved Lachs in deutschen Geschäften weisen häufig eine hohe Zahl an Keimen auf. In einer Untersuchung der Universität Hannover sei in einem Drittel der Proben der Warnwert überschritten worden, teilte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg am Donnerstag in Stuttgart mit. Die Keime können nach Angaben der Verbraucherschützer Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall auslösen. Besonders gefährlich seien Listerien, die bei fast jeder fünften Probe entdeckt wurden. Sie können sich den Angaben zufolge auch im Kühlschrank weiter vermehren und könnten bei Schwangeren sogar Fehlgeburten auslösen.

          Die erhöhten Keimzahlen lassen laut Verbraucherzentrale auf mangelnde Hygiene im Produktionsprozess schließen. Darüber hinaus forderte die Verbraucherzentrale Warnhinweise Schwangere und Immungeschwächte auf den Verpackungen, um diese für das besondere Risiko zu sensibilisieren. Außerdem sollten Behörden bei auffälligen Analyseergebnissen die Öffentlichkeit informieren und dabei die Marke und Firma der Produkte nennen.

          Lachs frühzeitig essen, kühl lagern

          Bei dem Test lagen nach Angaben der Verantwortlichen 60 Prozent der Proben von Räucher- oder mariniertem Lachs über dem Richtwert von einer Million Keimen pro Gramm Lachs. Das allein sei noch kein Grund für eine ernste Gesundheitsgefahr, weise jedoch auf mangelnde Hygiene im Produktionsprozess hin. Wenn aber der Warnwert von 100.000 Enterobakterien pro Gramm überschritten werde wie bei 30 Prozent, könnten gesundheitliche Probleme nicht ausgeschlossen werden.

          Um das Risiko möglichst gering zu halten, empfehlen die Verbraucherzentralen, Lachs drei, besser vier Tage vor Ablauf des Verbrauchsdatums zu essen und Produkte von zweifelhaftem Geruch und Aussehen sowie von eigenartiger Konsistenz zu reklamieren oder sogar die Lebensmittelüberwachung zu informieren.

          Der Bundesverband der Fischindustrie warnte vor Panikmache und betonte, dass in dem Test kein Produkt gefunden worden sei, das eine Gefahr für die Kunden darstelle. Im Gegenteil: Alle Proben seien verkehrsfähig. „Man muss die Kirche im Dorf lassen“, sagte Matthias Keller vom Bundesverband am Donnerstag.

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