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Fast 1500 Infizierte : Zahl der Ebola-Fälle in Kongo steigt weiter

  • Aktualisiert am

Ärzte und Gesundheitspersonal werden zu ihrem Schutz von Soldaten begleitet. Bild: dpa

Im Osten Kongos steigt die Zahl der erfassten Infektionen stärker als zuvor. Knapp 1000 Menschen sind bereits an dem Virus gestorben. Die Gewalt in der Bürgerkriegsregion erschwert die Arbeit der Helfer.

          Die Ebola-Epidemie im Osten Kongos weitet sich in dramatischem Tempo aus. In kaum mehr als einem Monat sei die Zahl der Infizierten von 1000 auf knapp 1500 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Kinshasa am Mittwoch mit. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Thedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich bei einem Besuch in der besonders betroffenen Stadt Butembo besorgt. Die Zahl der Infizierten steige, weil die Gewalt in der Bürgerkriegsregion alle Fortschritte von Ärzten zunichtemache. Zudem fehle Geld. Bisher sei erst die Hälfte der von der WHO zur Ebola-Bekämpfung benötigte Summe eingegangen, beklagte er.

          Alleine in der vergangenen Woche wurden 126 neue Ebola-Fälle in Ost-Kongo bestätigt. Insgesamt lag die Zahl der bestätigten Infizierten am Mittwoch bei 1480, von denen 970 gestorben sind. Die WHO geht aber davon aus, dass es eine erhebliche Dunkelziffer gibt und die Zahl der Ebola-Kranken deutlich höher liegt.

          Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo kämpfen Dutzende Milizen, kriminelle Banden und Sicherheitskräfte gegeneinander. Auch Helfer und Ebola-Behandlungszentren geraten immer wieder ins Schussfeuer oder werden angegriffen. Am 19. April hatten bewaffnete Männer den für die WHO arbeitenden Epidemiologen Richard Mouzoko im Einsatz erschossen. Die mit Thedros reisende Afrika-Direktorin der WHO, Matshidiso Moeti, forderte die kongolesische Regierung auf, für die Sicherheit von Helfern und Bevölkerung zu sorgen. Ärzte arbeiteten unter unvorstellbaren Bedingungen, um die Epidemie zu bekämpfen.

          Gegen die hochansteckende Virusinfektion gibt es kein Heilmittel. Der Ebola-Ausbruch im Kongo ist der zweitgrößte in der Geschichte – nach der Epidemie 2013/14 in Westafrika, bei der rund 11.300 Menschen starben. Anders als in Westafrika wird der Kampf gegen die Epidemie im Kongo dieses Mal von Anfang an mit einer Impfaktion begleitet. Seit August wurden laut kongolesischem Gesundheitsministerium mehr als 108.000 Menschen mit einem noch in der Testphase befindlichen Wirkstoff geimpft. Trotzdem steigt die Zahl der erfassten Infektionen stärker als zuvor.

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