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„Ein bis zwei Trainings pro Woche zum Einsteigen reichen“

Ein Interview von STEFANIE SIPPEL

25. Juni 2021 · Wir wollen alle nach dem Lockdown wieder fit werden. Doch wie macht man das? Sechs Redakteure und ein Sportwissenschaftler teilen ihre Erfahrung.

Herr Wilke, Fitnessstudios und Schwimmbäder waren lange geschlossen, Spazierengehen für viele der neue Sport. Wie steige ich jetzt wieder ins Training ein? 
Ganz wichtig ist, dass man sich langsam wieder herantastet. Häufig hat man noch im Kopf, was man alles konnte. Ich empfehle, lieber nicht die alten Ziele als Maßstab zu setzen. Das ist ähnlich wie bei Leistungssportlern, die Sommerpause hatten. Die haben ordentlich an Leistung verloren. Wer die alten Ziele nimmt, ist schnell demotiviert.

Und mit welchem Training starte ich?
Generell gilt: Nicht sofort die alte Laufgeschwindigkeit nehmen oder die gleichen Gewichte. Besser ist es, entweder langsamer und dafür länger zu laufen oder häufiger. Beim Krafttraining lieber ein, zwei Wiederholungen oder Serien mehr, dafür mit leichteren Gewichten.

Corona und Fitness

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Hüpfend Zuhause

Ich kann nur ahnen, welche Spitznamen die Nachbarn unter mir für mich haben. Trampeltier dürfte noch der Netteste sein. Dreimal pro Woche bin ich in den vergangenen Monaten unter Youtube-Anleitung je 40 Minuten lang durch meine Wohnung gehüpft: Hampelmann, Burpees, Jump Lunges, volles Programm. Jedenfalls habe ich mir eingebildet, sportlich gut durch den dritten Lockdown gekommen zu sein. Doch schon der Weg zurück zum Fitnessstudio belehrte mich eines Besseren. Die Treppen in den fünften Stock kamen mir endlos vor. Als ich die letzte Stufe erklommen hatte, schnaufte ich bereits so sehr, dass der Mitarbeiter am Empfang sich besorgt erkundigte, ob mit mir alles in Ordnung sei. Die Aufwärmrunde auf dem Laufband hielt ich nur durch, weil ich meine übliche Geschwindigkeit um drei Kilometer pro Stunde reduzierte. Beim anschließenden Kurzhanteltraining griff ich lieber gleich zur Fünf- statt zur Zehnkilohantel. Trotzdem zitterten meine Arme und Beine am Ende so sehr, dass ich lieber den Aufzug nach unten nahm. Auf dem Heimweg erwog ich zu kündigen, die Demütigung fühlte sich zu groß an. Dann lieber weiter Youtube. Am Hauseingang traf ich meinen Nachbarn, er grüßte freundlich, hielt mir die Tür auf. Prompt bekam ich ein schlechtes Gewissen. Und ihm wollte ich mein Rumgehüpfe weiter zumuten? Kündigen kommt wohl doch nicht Frage.

von Julia Anton

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