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Nach Toten durch E-Zigaretten : Wie gefährlich ist das Dampfen in Deutschland?

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Einen Espressi und die E-Zigarette: Gefährliches Gönnertum? Bild: obs

Eine rauchen? Nein, dampfen. E-Zigaretten boomen. Gleichzeitig könnten Nutzer derzeit von Nachrichten aus den Vereinigten Staaten verunsichert sein. Ein Blick auf die Situation hierzulande.

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          In Amerika leiden immer mehr Raucher von E-Zigaretten an einer mysteriösen Lungenkrankheit. Inzwischen sind mehr als 530 Fälle bekannt, sechs Todesfälle wurden gemeldet. Die Betroffenen in den Vereinigten Staaten rauchten in den meisten Fällen THC oder THC zusammen mit Nikotin. Auch wenn das Phänomen bislang hierzulande nicht auftritt, lohnt ein Blick auf die Situation in Deutschland. Antworten auf einige grundsätzliche Fragen:

          Wie funktionieren E-Zigaretten?

          Bei einer E-Zigarette wird eine aromatisierte Flüssigkeit, die auch Liquid genannt wird – erhitzt. Der Nutzer inhaliert das sogenannte Aerosol, das aus winzigen Partikeln besteht. Gängige E-Zigaretten arbeiten mit einem akkubetriebenen Verdampfer. Dessen Design unterscheidet sich je nach Hersteller. Das Liquid wird ebenfalls auf verschiedene Weise zugeführt: Manche Modelle haben etwa aufsteckbare Behälter, andere funktionieren mit nachfüllbaren Tanks.

          Woraus bestehen die Liquids?

          Die meisten in Deutschland konsumierten Liquids enthalten Nikotin und fallen unter die Tabakerzeugnisverordnung. Danach müssen alle Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils auf der Packung aufgelistet werden. Die Hauptbestandteile der nikotinhaltigen Liquids sind: das wasserbindende Propylenglykol und/oder der Zucker-Alkohol Glyzerin sowie Aromen und eben Nikotin. In Deutschland dürfen nicht mehr als 20 Milligramm Nikotin pro Milliliter Liquid enthalten sein. Und der Nachfüllbehälter für das Liquid darf ein Volumen von höchstens zehn Millilitern haben. Übrigens: Nikotinfreie Liquids fallen nicht unter die tabakrechtlichen Vorschriften. Sie dürfen aber – wie nikotinhaltige – nicht an Minderjährige verkauft werden, so das Jugendschutzgesetz.

          Wie gesundheitsschädlich sind E-Zigaretten?

          Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) schreibt in einem Faktenblatt Ende 2018: „Im Vergleich zu Tabakzigaretten sind E-Zigaretten zwar sehr wahrscheinlich deutlich weniger schädlich, dennoch sind sie keine harmlosen Life-Style-Produkte.“ Wegen der unbekannten, langfristigen Auswirkungen sollten Nichtraucher E-Zigaretten nicht verwenden, wie das DKFZ schreibt. Auch bei den Fällen aus Amerika ist weiter unklar, welche Substanzen für die Lungenerkrankungen verantwortlich sind. „Es ist kein Muster festzustellen“, sagte der Leiter der für Tabakprodukte zuständigen Aufsichtsbehörde FDA, Mitch Zeller – weder mit Blick auf die Substanzen, die Art und Weise des Konsums oder den Ort des Kaufs. Vermutet wird auch, dass viele der Betroffenen auf dem Schwarzmarkt oder im Internet gekaufte Produkte inhalierten.

          Welche Inhaltsstoffe sind in Deutschland verboten?

          Die Tabakerzeugnisverordnung listet eine Reihe von verbotenen Stoffen auf – etwa solche mit aufputschender Wirkung wie Koffein oder Taurin. Unter den verbotenen pflanzlichen Stoffen sind beispielsweise Bittermandelöl und Extrakte der Poleyminze zu finden. Das ätherische Öl dieser Minz-Art besteht zu einem hohen Anteil aus dem Stoff Pulegon. Diesen möglicherweise krebserregenden Geschmacksstoff haben Forscher in E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten „in besorgniserregend hoher Konzentration“ entdeckt. Als Geschmackszusatzstoff in Lebensmitteln habe die zuständige amerikanische Behörde Pulegon bereits im vergangenen Jahr verboten, für E-Zigaretten und Kautabak sei die Chemikalie jedoch in Amerika nicht reguliert, schreiben die Forscher.

          Wo werden die Liquids hergestellt?

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