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Ausbruch im Osten des Landes : WHO warnt vor Ausbreitung von Ebola über den Kongo hinaus

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Ein Helfer macht sich bereit, medizinische Untersuchungen in einem Ebola-Lager durchzuführen. Bild: AFP

Laut der Weltgesundheitsorganisation könnte sich die Ebola-Epidemie im Ost-Kongo in neun Nachbarländern asusbreiten. Die Bekämpfung der Krankheit wird auch durch die anhaltende Gewalt im Land erschwert.

          Rund zwei Monate nach Beginn der Ebola-Epidemie im Ost-Kongo bleibt der Ausbruch außer Kontrolle – und droht sich über die Grenzen hinweg auszuweiten. Angesichts der bedrohlichen Entwicklung warnte die Weltgesundheitsorganisation neun Nachbarländer vor einer Ausbreitung der Krankheit. Das Risiko sei in Uganda, Ruanda, Burundi und dem Südsudan besonders hoch, teilte die WHO am Mittwochabend in Genf mit.

          Seit Anfang Mai wurden nach Zahlen des kongolesischen Gesundheitsministeriums vom Mittwochabend 185 bestätigte Ebola-Fälle erfasst und 35 wahrscheinliche Infektionen. Laut WHO verliefen rund 140 tödlich.

          Die betroffenen Nachbarländer hätten bereits personelle und materielle Unterstützung erhalten, hieß es. Die WHO äußerte sich sehr besorgt über die Epidemie im Osten des Kongos, einem Konfliktgebiet, in dem Dutzende Milizen und Banden um Einfluss kämpfen und die Bevölkerung terrorisieren. Von der Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotstands sah die WHO jedoch zunächst ab.

          Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, die bei der verheerenden Ebola-Epidemie in Westafrika vor etwa fünf Jahren immer wieder eine schnellere und effektivere internationale Reaktion angemahnt hatte, betonte mit Blick auf die WHO-Warnung: „Es ist offensichtlich, dass der Ausbruch mehr als zwei Monate, nachdem er erklärt wurde, nicht unter Kontrolle ist.“ Die Aussichten für die Stadt Beni seien sehr besorgniserregend.

          Beim Aufspüren der Übertragungsketten und möglicher infizierter Kontakte gebe es Aufholbedarf, mahnte „Ärzte ohne Grenzen“. Dabei behindere die Unsicherheit in der Konfliktregion stark den Kampf gegen die Ebola und das Bemühen, den Ausbruch unter Kontrolle zu bekommen, erklärte Koordinatorin Anja Wolz. Auch die WHO betonte, die anhaltende Gewalt behindere die Ebola-Bekämpfung. Für Fachkräfte sei es aufgrund der Gefechte oft unmöglich, Ebola-Patienten oder mutmaßliche Neu-Infizierte zu besuchen und zu behandeln. Laut den UN sind in der Region Nord-Kivu mehr als eine Million Menschen vor bewaffneten Gruppen auf der Flucht.

          Gegen das Ebola-Virus gibt es noch keinen abschließend zugelassenen Impfstoff. Bei der bislang schlimmsten Ebola-Epidemie 2013/14 starben in Guinea, Sierra Leone und Liberia insgesamt 11.300 Menschen. Die WHO hatte den Ausbruch damals unterschätzt und wurde massiv kritisiert.

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