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Affenpocken : WHO erarbeitet Leitlinien zur Bekämpfung

  • Aktualisiert am

Ein Hautschnitt, der aus einer mit dem Affenpockenvirus infizierten Hautläsion entnommen wurde, ist bei 50-facher Vergrößerung am vierten Tag der Ausschlagsentwicklung zu sehen. Bild: via REUTERS

Zwei Infektionsfälle mit Affenpocken wurden in Berlin bestätigt, auch in der Schweiz gibt es einen ersten Fall. Das sei ein Grund zur Vorsicht, aber kein Grund zur Panik, sagt die Berliner Gesundheitssenatorin.

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          Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erarbeitet derzeit Leitlinien zur Eindämmung der Ausbreitung von Affenpocken. Es werde befürchtet, dass die Zahl der Fälle in den Sommermonaten weiter ansteigen könnte, sagte der Vorsitzende Berater der WHO für Infektionsgefahren, David Heymann, am Samstag Reuters.

          Die WHO gehe davon aus, dass der Ausbruch durch sexuelle Kontakte ausgelöst worden sei. Bislang sind Affenpocken in elf Ländern aufgetreten, in denen sie sich üblicherweise nicht verbreiten. Wissenschaftler werten dies als sehr ungewöhnlich. Affenpocken treten hauptsächlich in Afrika auf und nur selten andernorts. Bisher wurden mehr als 100 bestätigte oder vermutete Fälle gemeldet, die meisten davon in Europa. Auch Deutschland ist betroffen.

          Vermutlich kein neuer Pandemie-Ausbruch

          Enger Kontakt sei der wichtigste Übertragungsweg für das Virus, sagte Heymann. So seien beispielsweise Eltern, die sich um kranke Kinder kümmerten, ebenso gefährdet wie das Gesundheitspersonal. Er betonte, dass der Ausbruch der Affenpocken nicht mit den Anfängen der Coronavirus-Pandemie vergleichbar sei, da die Krankheit nicht so leicht übertragbar sei.

          Zuvor waren in Berlin zwei Fälle von Affenpocken bestätigt worden. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Samstag mit. Der Zustand der beiden Patienten sei stabil. Derzeit liefen die Ermittlungen zu Kontaktpersonen. Ob es sich um den west- oder zentralafrikanischen Virusstamm handelt, soll eine Sequenzierung ergeben. „Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen eventuell noch weitere Infektionen registriert werden.“

          Kein Grund zur Panik, aber Grund zur Vorsicht

          Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) teilte mit, es bestehe kein Grund zur Panik, aber Grund zur Vorsicht, da viele wissenschaftliche Erkenntnisse über die Krankheit noch vorläufig seien. „Expertinnen und Experten gehen jedoch davon aus, dass wir keine neue Pandemie fürchten müssen. Wir müssen jetzt aber schnell und konsequent handeln, um Infektionsfälle zu erkennen und einzudämmen.“

          Die Gesundheitsverwaltung stehe in engem Austausch mit den Gesundheitsämtern, dem Robert Koch-Institut, der Charité und dem Bundesgesundheitsministerium, um die Berliner Bevölkerung bestmöglich vor dem Affenpockenvirus zu schützen.

          Prof. Leif Erik Sander, Leiter der Infektiologie an der Universitätsklinik Charité in Berlin, wies darauf hin, die Dynamik des aktuellen Affenpockenausbruchs sei ungewöhnlich und müsse sehr ernst genommen werden. „Wir beobachten bislang eine disproportionale Häufung der Affenpockeninfektionen unter Männern, insbesondere nach Sexualkontakt zu anderen Männern.“

          Übertragung durch engen Hautkontakt

          Da die Infektion durch engen Hautkontakt und möglicherweise auch über Schleimhautkontakt und Tröpfchen übertragen werde empfehle er besondere Vorsicht und Vermeidung von engen ungeschützten Kontakten mit unbekannten Personen. „Insbesondere wenn typische Krankheitssymptome bestehen, sollte man Kontakte beschränken und sich rasch in ärztliche Behandlung begeben“, so Sander. „Die Charité ist auf die Behandlung von Infizierten vorbereitet und arbeitet eng mit dem RKI und dem öffentlichen Gesundheitsdienst zusammen.“

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