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Statistik 2020 : Weniger Spender für Stammzellen

  • -Aktualisiert am

Eine Mitarbeiterin der Kinderklinik des Universitätsklinikums Tübingen hält im Stammzellen-Labor Transplantate für Blutkrebspatienten in den Händen. Bild: dpa

Jedes Jahr benötigen gut 11.000 Personen eine Stammzelltransplantation. 2020 haben sich wesentlich weniger potentielle Stammzellspender typisieren lassen als im Vorjahr.

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          Im Jahr 2020 haben sich in Deutschland wesentlich weniger potentielle Stammzellspender typisieren lassen als im Vorjahr. In allen 26 Spenderbanken verzeichnete das Zentrale Knochenmarkspender-Register 518.422 Neuregistrierungen und damit einen Rückgang von rund 37 Prozent im Vergleich zu 2019. Ein möglichst großer und wachsender Pool an potentiellen Spendern vergrößert die Überlebenschancen für Blutkrebs-Patienten. Jedes Jahr benötigen gut 11.000 Personen eine Stammzelltransplantation; im Schnitt kann für neun von zehn Erkrankten ein passender Spender gefunden werden. Dafür muss in einer der internationalen Spenderbanken ein „genetischer Zwilling“ registriert sein, dessen Gewebemerkmale mit denen des Empfängers übereinstimmen.

          Bei der DKMS als mit Abstand größter und aktivster Spenderdatei kamen 2020 knapp 416.000 neue potentielle Spender hinzu. Das waren etwa 36 Prozent weniger als im Vorjahr (649.417). Nach Auskunft von Konstanze Burkard, bei der DKMS für die Spenderneugewinnung und Unternehmenskommunikation zuständig, ist das darauf zurückzuführen, dass die Organisation im März noch vor dem offiziellen Lockdown entschieden habe, sämtliche Registrierungsaktionen abzusagen. Diese Aktionen sind ein wichtiges Mittel, um potentielle Spender zu erreichen. 2019 hatten sich bei rund 2400 DKMS-Registrierungsaktionen an Schulen und Hochschulen, in Sportvereinen und bei öffentlichen Veranstaltungen mehr als 280000 Personen typisieren lassen. Bis Mitte März 2020 fanden jedoch nur 459 solcher Aktionen mit gut 43.000 Neuregistrierungen statt.

          „Wir haben dann mit der Online-Aktion, die unsere Unterstützer über ihre Social-Media-Kanäle verbreiten, schnell ein neues Format geschaffen“, sagt Burkard. 450 Online-Aktionen brachten rund 59.000 Personen dazu, sich zu registrieren. Hinzu kamen etwa 313.000 Anmeldungen, die potentielle Spender über die Internetseite vornahmen. Wer bei der DKMS ein Registrierungs-Set anfordert, kann den Abstrich der Mundschleimhaut zu Hause vornehmen und schickt das Set dann ins Labor, wo die Gewebemerkmale analysiert werden.

          Eine vergleichbare Entwicklung, nur auf niedrigerem Niveau, bestätigt die Spenderdatei der Leipziger Uniklinik, die 12.422 Registrierte umfasst. 2020 kamen mit 573 neuen potentiellen Spendern knapp 32 Prozent weniger hinzu als im Vorjahr. Auch die Terminstruktur der jährlich mehr als 40.000 Blutspendetermine des Deutschen Roten Kreuzes wurde durcheinandergewirbelt. Sporthallen etwa waren geschlossen, die mobilen Blutspende-Trucks kommen aufgrund der Enge im Innenraum noch nicht zum Einsatz. Nach einigen kritischen Tagen in der zweiten Märzhälfte, an denen es laut Bundessprecher Patric Nohe in vielen Regionen nur noch Vorrat für einen Tag gab, fruchtete der Appell, Blut zu spenden – speziell bei jungen Leuten. Dadurch habe verhindert werden können, dass Patienten durch einen Mangel an Blutkonserven zu Schaden kamen.

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