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Weltgesundheitsorganisation : Stündlich sterben 15 Menschen an Masern

Bis 2015 will die WHO die Zahl der Masernopfer im Vergleich zum Jahr 2000 um 95 Prozent verringern. Bild: dapd

Mehr als eine Milliarde Kinder sind seit 2001 gegen Masern geimpft worden, was zum massiven Rückgang von Krankheitsfällen führte. Doch die Zahlen steigen wieder.

          Im vergangenen Jahrzehnt ist die Zahl der Masernopfer auf der ganzen Welt um 74 Prozent zurückgegangen – von etwa 535 300 Toten im Jahr 2000 auf etwa 139 300 zehn Jahre später. Damit sterben aber noch immer jede Stunde 15 Menschen an einer Krankheit, die leicht mit einer Impfung verhindert werden kann.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Die stark gesunkenen Zahlen führt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor allem auf ihre Impfprogramme zurück. Seit 2001 seien mehr als eine Milliarde Kinder in 80 Ländern geimpft worden. Damit konnte die Zahl der Masernopfer in Afrika südlich der Sahara sogar um 85 Prozent gesenkt werden, wie eine Studie im Fachmagazin „Lancet“ belegt. Sie zeigt auch, dass die Rückgänge bis 2008 besonders stark waren. Danach habe es auf mehreren Kontinenten – Afrika, Asien, aber auch Europa – vermehrt Masernausbrüche gegeben.

          Die WHO führt diese Rückschläge nicht zuletzt darauf zurück, dass Impfprogramme aus Kostengründen zurückgefahren wurden. Aus diesem Grund hat die Organisation einen neuen Plan zur Ausrottung von Masern und Röteln mit dem Ziel vorgelegt, bis 2015 die Zahl der Masernopfer im Vergleich zum Jahr 2000 um 95 Prozent zu verringern. Bis 2020 sollen Masern und Röteln ausgerottet sein. Dazu sollen unter anderem in 62 Ländern Programme gestartet werden, die neben der Masern- auch eine Rötelnimpfung vorsehen.

          Die WHO-Region Europa hatte das Ziel, die Masern bis 2010 zu eliminieren, klar verfehlt. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu größeren Ausbrüchen mit Toten auch in Deutschland, weil Eltern sich weigerten, ihre Kinder impfen zu lassen. So wurde die Infektionskrankheit unter anderem auch wieder in die Vereinigten Staaten eingeschleppt, die eigentlich seit langem als masernfrei galten.

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