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Wespenplage : Das bringt doch alles nichts!

  • -Aktualisiert am

Ruhe bewahren

Kommen Wespen an den Tisch, ist es das ewige Spiel: Wer schreit als Erstes? Haben die schwarzgelben Insekten einmal für Unruhe gesorgt, ist die nächste Etappe erreicht: Wer klugscheißt als Erstes? „Bleib doch einfach mal ruhig!“ - und schon herrscht schlechte Stimmung. Dabei sei es die „allerbeste Strategie“, findet Wespenforscher Krogmann, wenn man hektisches Herumfuchteln und wilde Bewegungen unterlasse. So rege man die Tiere nicht auf, und irgendwann verschwänden sie von ganz allein.

Bernhard Traulich von der Frankfurter Wespenberatung kann ihm da nur beipflichten. Auch er rät seinen Anrufern erst einmal, „möglichst ruhig zu bleiben“. Alle anderen Ratschläge seien „Voodoo“ und würden nur demjenigen Aufmerksamkeit verschaffen, der solche Ratschläge gebe. Aber ist das nicht doch leichter gesagt als getan? Ist kleinen, um sich schlagenden Kindern mit einem einfachen „Halt still!“ geholfen? „Die Erwachsenen haben hier eine Vorbildfunktion“, meint Lars Krogmann, „sie müssen Ruhe bewahren, denn kleine Kinder schauen sich alles genau von ihnen ab.“ Zudem sollten Eltern bei Kindern darauf achten, dass diese keinen Eis- oder Schokoladenmund und keine klebrigen Hände haben. Einfach mit einem feuchten Tuch abwischen, schon ist die Gefahr gebannt.

Fazit

Ein Allheilmittel gegen Wespen muss noch erfunden werden, bis dahin heißt es „Ruhe bewahren“. Auch Michaela Then, Bäckereifachverkäuferin auf dem Wochenmarkt im Frankfurter Stadtteil Bockenheim, sieht das so: „Ich habe alles ausprobiert, von abbrennendem Kaffee über Wasserflaschen mit Zucker und Essig bis hin zu Basilikumpflanzen, ich habe Zitronen mit Nelken bestückt, Kupfermünzen ausgelegt - geholfen hat nichts.“ Fuchsteufelswild bevölkern die Wespen ihre Backwaren und nagen am Zuckerguss.

Es sei dieses Jahr schon schlimmer als sonst, gibt sie zu, aber viel tun könne man eben nicht. Lars Krogmann ist der gleichen Meinung: „Wenn man seine Verhaltensweisen auf die Wespe ausrichtet, dann hat man schon verloren.“ Die ganzen Tipps sind für ihn ein „Zeichen der Naturentfremdung“. „Wir müssen einfach akzeptieren, dass wir nicht alles handhaben können.“ Dieses Jahr sei für ihn bislang ein „sehr durchschnittliches Wespenjahr“; was vermehrt auftrete, seien die Meldungen darüber.

So werden uns die Wespen noch den restlichen Sommer über ein ständiger Begleiter bleiben - bis etwa Ende September. Kommt nämlich der erste Frost, sterben sie alle, lediglich die Jungkönigin überlebt wohlbehütet in einem Erdloch, unter morschem Holz oder Baumrinde. Im Frühjahr baut sie für ihren zukünftigen Staat ein Nest, aus dem ihre treuen Arbeiterinnen hervorgehen werden. Und im nächsten Sommer wird es wieder heißen: Die Wespen kommen.

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