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Medizin für Profimusiker : Musizieren ohne Schmerzen

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Musikermediziner Jochen Blum ist auch gelernter Geigenbauer. Bild: Peter Thomas

Ein Musikinstrument auf hohem Niveau zu spielen, belastet den Körper – das kann zu Sehnenüberlastung oder Wirbelsäulenbeschwerden führen. Zum Glück gibt es spezialisierte Mediziner. Von ihnen können auch Amateure etwas lernen.

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          Wenn ein Patient in die Sprechstunde von Professor Jochen Blum kommt und einen Kontrabass dabei hat, wundert das niemanden am Klinikum Worms. Denn Blum, Leiter des Zentrums für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie an dem akademischen Lehrkrankenhaus der Universität Mainz, ist nicht nur Chirurg, sondern auch Musikermediziner. 1989 hat er zum ersten Mal eine Musikersprechstunde angeboten, die sich auf Diagnose und Therapie insbesondere von Erkrankungen durch Überlastung und Verschleiß konzentriert. Zu seinen Patienten aus Deutschland und der ganzen Welt gehören Orchestermusiker ebenso wie Solisten. Sie spielen Instrumente, die von der Violine bis zum Konzertflügel reichen. Ein solch repräsentatives Tasteninstrument steht sogar im Wormser Krankenhaus, der Flügel ist ein ganz besonderes Stück diagnostischer Technik bei gesundheitlichen Problemen von Pianisten.

          Ob Karpaltunnelsyndrom oder Wirbelsäulenbeschwerden: Gesundheitliche Probleme von Musikern, die auf die körperliche Belastung des Spielens beim Üben und bei der Aufführung zurückgehen, sind gar nicht so selten. Denn gerade Profis in der klassischen Musik belasten ihren Körper häufig extrem stark. Die Folge sind Schmerzen beim Musizieren, die chronisch werden können. Das Problem betrifft schon Musikstudenten, sagt Blum, wenn diese beispielsweise vor einer Prüfung besonders intensiv üben. „Wenn man sich dann immer wieder mit kalten Händen und dementsprechend noch schlecht durchblutetem Gewebe an den Flügel setzt und direkt an die komplexeste Stelle der Komposition geht, ist das ein klassischer Auslöser für Sehnenüberlastung oder -reizung“, warnt er.

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