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Vorsorge Vogelgrippe : Hessen verbietet Freilandhaltung von Hühnern

  • Aktualisiert am

Hessens Ministerpräsident schickt die Hühner in den Stall Bild: dpa/dpaweb

Nach Bayern und Baden-Württemberg hat nun auch Hessen die Stallpflicht von Hühnern in Teilen des Landes verordnet. Betroffen sind Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach und Kassel sowie weitere Gemeinden in elf Landkreisen.

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          Hessen verbietet wegen der Gefahr einer Vogelgrippe-Ansteckung in zehn Rastgebieten von Zugvögeln die Freilandhaltung von Geflügel. Das teilte Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) am Mittwoch mit. Betroffen sind Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach und Kassel sowie Gemeinden in elf Landkreisen. Für überregionale Geflügelschauen gelten strenge Auflagen.

          Damit nehme Hessen eine entsprechende bundesweite Eilverordnung vorweg, die für das Wochenende erwartet werde, erklärte Dietzel. Zuvor hatten bereits Bayern und Baden-Württemberg eine landesweite Stallpflicht erlassen. Ebenso wie das Saarland. Dort tritt die Maßnahme am Samstag in Kraft.

          Auch eine ideologische Frage

          In Hessen gibt es nach Angaben des Bauernverbandes rund 12.000 Betriebe mit Geflügelhaltung. Das Statistische Landesamt registrierte in diesem Jahr landesweit 1,5 Millionen Hühner, davon 1,1 Millionen Legehennen. Der Bauernverband fordert die Stallpflicht seit Tagen; er fürchtet für den Fall einer Ansteckung durch Zugvögel die Tötung ganzer Bestände und damit schwere Einbußen der betroffenen Betriebe.

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          Die Tierseuchenkasse der Landwirtschaft decke nur den reinen Wert des Tieres, nicht den Verdienstausfall, wenn große Legehennenbetriebe plötzlich keine Eier mehr produzierten, sagte ein Verbandssprecher. Die Freilandhaltung von Hühnern sei auch eine ideologische Frage unter Landwirten. Darauf angesichts der aktuellen Gefahr zu beharren, wäre „fahrlässig“.

          Illegale Einfuhren unterbinden

          Auch für Freiland-Hühner gebe es im Winter Ställe. Wo eine Stallhaltung nicht möglich sei, könnten die Ämter für Veterinärwesen Ausnahmegenehmigungen erteilen, heißt es in der Mitteilung des Umweltministeriums. Mit den Auflagen für überregionale Geflügelschauen und Märkte will das Ministerium illegale Einfuhren unterbinden.

          Die Stallpflicht für Geflügel gilt in Gemeinden der Kreise Wetterau, Groß-Gerau, Bergstraße, Main-Kinzig, Offenbach, Rheingau-Taunus, Main-Taunus, Gießen, Kassel, Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg.

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