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Vorsorge bei Kindern : Warst du bei der U?

Kann da nicht die neue herausnehmbare Karte in dem Heft helfen?

Eine weitere Änderung ist tatsächlich eine abtrennbare Karte im Untersuchungsheft; auf dieser sollen die geleisteten Untersuchungen stehen, so dass man Dritten nicht mehr das ganze Heft zeigen muss. Barbara Mühlfeld ist da aber skeptisch. „Das mag in der Theorie klappen.“ Das gelbe Heft sei ein Dokument über das Kind. „Kindergärten und Versicherungen wissen das. Ich kann mir vorstellen, dass diese Institutionen die Vorlage des Heftes trotzdem verlangen.“ Tatsächlich versichern private Krankenkassen schon heute Kinder häufig erst, wenn sie das ganze U-Heft gesehen haben. „Mehr als vorher müssen wir die Eltern deshalb über die Daten und den Schutz aufklären“, sagt Mühlfeld.

Ärzte sollen die Eltern beraten. Dabei geht es um Unfallverhütung, UV-Schutz,aber auch richtige Ernährung.

Woher bekomme ich das neue Heft?

Alle Kinder, die seit dem ersten September geboren wurden, sollten das Heft eigentlich direkt in der Klinik oder von der Hebamme bekommen. Kinder, die noch keine U6 hatten, erhalten ergänzend zum alten Heft ein neues. Bei älteren Kindern wird es Einlegeblätter für die restlichen Untersuchungen nach den neuen Richtlinien geben.

Ich war seit September beim Kinderarzt, habe aber kein neues Heft bekommen. Was bedeutet das?

Das kann mehrere Gründe haben. Manchen Kinderärzten zufolge kommen Druckereien und Kassenärztliche Vereinigungen mit der Herstellung und Verteilung der neuen Hefte an die niedergelassenen Kinderärzte nicht hinterher. Außerdem haben sich die Kinder- und Jugendärzte noch nicht abschließend mit den Krankenkassen auf eine Vergütung der neuen, aufwendigeren Untersuchungen geeinigt. Nach Aussage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dürfen die Kinderärzte bis zur Einigung über die Vergütung die Untersuchungen nach den alten Richtlinien durchführen.

Ich habe einen Säugling und im Krankenhaus schon das neue Heft bekommen. Was bedeutet das für mich?

Die KBV empfiehlt den Ärzten dann „ein pragmatisches Vorgehen im Sinne der Versicherten“. Die Ärzte können nach den alten Richtlinien untersuchen, sollen ihre Ergebnisse aber schon im neuen Heft dokumentieren. Ärztin Mühlfeld sieht das ohnehin als unproblematisch an. Viele Ärzte haben von sich aus schon seit Jahren in den Untersuchungen Dinge nachgefragt und kontrolliert, die jetzt mit den Änderungen verpflichtend werden.

Muss ich zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen?

Zahlreiche Bundesländer wie etwa Hessen, Hamburg und Berlin haben ein Einlade- und Rückmeldesystem sowie eine Meldepflicht eingeführt. Ärzte sind verpflichtet, versäumte Vorsorgen von Kindern an die zuständige Behörde, etwa ein Kindervorsorgezentrum, zu melden. Die Eltern werden daraufhin angemahnt. Reagieren sie nicht, kann das Jugendamt eingeschaltet werden. Im Umkehrschluss heißt das: Die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen ist verpflichtend.

Sind alle verpflichtend?

Verpflichtend für Eltern und Kinder sind die Termine von der U1 bis zur U9, danach sind die Vorsorgen grundsätzlich freiwillig. Die gesetzlichen Krankenkassen und Ersatzkassen zahlen die U1 bis U9 und die J1 (für das Alter von 12 bis 14 Jahren). Die U10 und U11 für Schüler zwischen sieben und zehn Jahren sowie die J2 für Teenager ab dem 16. Lebensjahr übernehmen noch immer nicht alle Krankenkassen.

Was ist, wenn ich einen Vorsorgetermin verschwitzt habe?

Für jede Vorsorgeuntersuchung gibt es eine Zeitspanne, in welcher der Besuch beim Kinder- und Jugendarzt stattfinden soll. Die Karenzzeit nach dem letztmöglichen Termin beträgt je nach Vorsorge zwischen zwei und acht Wochen. Danach sind die Krankenkassen nicht mehr verpflichtet, die Kosten zu übernehmen, und die Eltern müssen im schlimmsten Fall selbst in die Tasche greifen.

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