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Vogelgrippe : Wer zahlt für den Influenza-Impfstoff?

  • -Aktualisiert am

Diffuse Angst: Kommt die Vogelgrippe? Bild: AP

Agrarministerin Künast nimmt „das schlimmste“ an, Gesundheitsminister, Infektionsexperten und Bürger sind alarmiert. Gleichwohl zögert Finanzminister Eichel, nötiges Geld für die Vorsorge gegen die Vogelgrippe freizugeben.

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          Man müsse beim Thema Vogelgrippe „mit dem Schlimmsten“ rechnen, sagte Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) am Donnerstag in Berlin.

          Doch das gilt vorerst hauptsächlich für Geflügelbestände. Noch ist das Vogelgrippevirus H5N1, das in Zugvögeln von China nach Rußland gelangt ist und von dort möglicherweise nach Mitteleuropa vordringt, für den Menschen nur in Ausnahmefällen gefährlich.

          Dunkle Szenarien

          Das Virus wütet seit 1997 in asiatischen Geflügelbeständen und hat seither auch 112 Menschen infiziert, von denen 57 gestorben sind. Fast ausschließlich handelte es sich aber um Menschen, die als Bauern oder Fabrikarbeiter sehr engen Kontakt mit infizierten Vögeln hatte.

          Eichel sieht keine Priorität für Impfstoffproduktion
          Eichel sieht keine Priorität für Impfstoffproduktion : Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

          Je mehr Tiere das Virus indes befällt und je größer sein Verbreitungsgebiet ist, desto wahrscheinlicher wird das schwärzeste Szenario von Fachleuten der Weltgesundheitsorganisation WHO und des deutschen Robert-Koch-Instituts: Das Erbgut des Virus H5N1 könnte so mutieren, daß der Erreger nicht nur von Vögeln auf andere Vögel und vereinzelt auf Menschen überspringt, sondern auch unmittelbar vom Menschen auf den Menschen übertragbar ist und damit der gesamten Menschheit gefährlich wird.

          Experten in Alarmstimmung

          Diese Gefahr versetzt Gesundheitsminister, Infektionsexperten und besorgte Bürger derzeit in Alarmstimmung, aber einen offenbar nicht: Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sieht keine Priorität darin, zwanzig Millionen Euro in die Verbesserung der Impfstoffproduktion zu investieren, die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) für nötig hält.

          Kommt es zu einer zufälligen gefährlichen Veränderung des Erbguts von H5N1, stünde eine neuerliche „Pandemie“ bevor, die weltweite Ausbreitung eines besonders aggressiven und tödlichen Influenzavirus. Sie würde sich deutlich von jener saisonalen Grippe unterscheiden, die jeden Winter auftritt und schon in dieser Ausprägung auch in Deutschland immer wieder Tausende tötet. Der größten dokumentierten Pandemie fielen 1918/19 dagegen weltweit viele Millionen Menschen zum Opfer, die Schätzungen variieren zwischen zwanzig und sechzig Millionen.

          Zwei Herausforderungen

          Die Gefahr einer Pandemie stellt Politiker und Fachleute in Deutschland und Europa aktuell vor zwei Herausforderungen: Erstens gilt es, die hiesigen Tierbestände vor dem realen Virus H5N1 zu beschützen - der Tiere und ihres ökonomischen Wertes wegen, aber auch, um dem Virus kein neues biologisches Reservoir zu geben.

          Zweitens müssen für das gefürchtete, aber glücklicherweise hypothetische Auftreten eines Pandemie-Virus Vorkehrungen getroffen werden. Sollte die WHO ein für die Menschheit gefährliches Virus detektieren und Alarm auslösen, wäre es für eine geordnete Vorbereitung viel zu spät.

          Künast: Grund zur Sorge

          Verbraucherministerin Künast sagte am Donnerstag, das Auftreten der Vogelgrippe im Ural sei Grund zur Sorge, auch wenn noch nicht geklärt sei, ob es sich wirklich um den gefährlichen Stamm H5N1 handle. Fest steht, daß H5N1 mit Zugvögeln von China bereits nach Sibirien vorgedrungen ist. Nach Europa eingeschleppt werden könnte das Virus ebenfalls durch Zugvögel, aber auch durch kommerziell oder von Touristen importierte Vögel und Vogelteile.

          Am Donnerstag trafen sich in Bonn Fachleute für Tiergesundheit, um über neue vorbeugende Maßnahmen zu beraten. An der Expertenrunde nahmen auch Fachleute des Bauernverband, der Geflügelwirtschaft und des Zolls teil. Ihre Ergebnisse will Künast am Freitag in Berlin vorstellen.

          Robert-Koch-Institut warnt

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