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19.000 Tiere vor Keulung : Vogelgrippe bei Putenbestand in Brandenburg entdeckt

  • Aktualisiert am

Ein Schild aus dem November 2021 warnt in Brandenburg vor der sogenannten Geflügelpest (auch Vogelgrippe). Bild: dpa

Die Vogelgrippe breitet sich in Europa immer stärker aus. Betroffen ist nun auch ein Putenbestand in Brandenburg. 19.000 Tiere sollen gekeult werden. In Frankreich ist die Situation noch brisanter.

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          Bei einem Putenbestand in Brandenburg ist die Geflügelpest festgestellt worden. Wie das Verbraucherschutzministerium in Potsdam am Freitag mitteilte, bestätigte das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), dass es sich bei dem Fall im Landkreis Märkisch-Oderland um die hochpathogene Variante H5N1 handele. Vorsichtsmaßnahmen waren demnach schon zuvor nach Bekanntwerden des Verdachts eingeleitet worden. Wie in einem solchen Fall vorgesehen, wurde im Umkreis des Betriebes eine Schutzzone mit einem Radius von drei Kilometer eingerichtet, außerdem eine Überwachungszone mit einem Radius von zehn Kilometer um den Ausbruchsbetrieb. Dessen Gebäude und Einrichtungen dürfen nur noch mit Schutzkleidung betreten werden.

          Alle rund 19.000 dort gehaltenen Puten sollen getötet und sicher entsorgt werden. „Seit im Oktober die Seuche wieder verstärkt bei Wildvögeln und auch in Nutzgeflügelbeständen in den benachbarten Bundesländern und europaweit aufgetreten ist, sind wir in Alarmbereitschaft“, sagte Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Die Ursache für die Infektion in Märkisch-Oderland sei bislang noch unklar, „die notwendigen Ermittlungen sind eingeleitet“.

          Das Veterinäramt des Landkreises werde dabei vom Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes unterstützt. Das Geflügelpestvirus war zuvor in diesem Herbst und Winter bereits bei Wildvögeln und in zwei Kleinstbeständen in Brandenburg nachgewiesen worden. Das FLI schätzte die Gefahr weiterer Einträge des Virus den Ministeriumsangaben zufolge als hoch ein. Im vergangenen Herbst und Winter waren in Brandenburg elf Ausbrüche in Geflügelbeständen verzeichnet worden. Insgesamt mussten damals rund 159.000 Tiere getötet werden.

          Bereits mehr als 600.000 Keulungen in Frankreich

          In Frankreich sind innerhalb eines Monats bereits zwischen 600.000 und 650.000 Enten, Hühner und andere Tiere wegen der Vogelgrippe gekeult worden. Am stärksten betroffen seien Zuchtbetriebe im Südwesten des Landes, teilte das Landwirtschaftsministerium AFP am Freitag mit. In dieser Region ist die einträgliche Foie-gras-Industrie (französisch für „fette Leber“, gemeint hier: Enten- und Gänsestopfleber) ansässig.

          Das Ministerium führte in einer vorläufigen Übersicht 26 betroffene Zuchtbetriebe, 15 Fälle in freier Wildbahn und drei Fälle auf Hühnerhöfen auf.

          Wie viele andere europäische Länder ist Frankreich von der hoch ansteckenden Vogelgrippe betroffen, die von Zugvögeln verbreitet wird. Im vergangenen Jahr breitete sich die Vogelgrippe in 500 Zuchtbetrieben aus. Damals wurden rund 3,5 Millionen Tiere gekeult, vor allem Enten.

          Bischoffsheim in Frankreich: Gänse stehen im Außengehege der „Ferme Schmitt“ und werden durch ein Netz vor fremden Tieren geschützt.
          Bischoffsheim in Frankreich: Gänse stehen im Außengehege der „Ferme Schmitt“ und werden durch ein Netz vor fremden Tieren geschützt. : Bild: dpa

          In diesem Jahr wurde das Virus erstmals am 26. November in der Kommune Warhem im Norden Frankreichs festgestellt, wo 160.000 Legehennen gehalten wurden. Das Landwirtschaftsministerium kündigte weitere Regelungen zur Bekämpfung der Vogelgrippe an. Bis zum 7. Januar dürfen demnach die Betriebe in bestimmten Regionen keine neuen Küken oder Entenküken mehr aufnehmen.

          Geflügelhalter in Nordfriesland sollen Tiere in Ställen halten

          Vogelgrippe-Ausbrüche wurden zuletzt auch in Belgien und Großbritannien gemeldet. Tschechische Tierärzte kündigten am Mittwoch zudem an, dass 80.000 Tiere gekeult würden, nachdem in einem Betrieb innerhalb kurzer Zeit 100.000 Tiere an der Vogelgrippe verendet waren. Israels Umweltministerin Tamar Zandberg sprach sogar vom „schwersten Schlag für die Tierwelt in der Geschichte des Landes“. Israel droht eine Knappheit an Eiern, weil bereits mehr als 500.000 Hühner gekeult werden mussten.

          Bereits Ende November wurden die Geflügelhalter in Nordfriesland angewiesen, ihre Tiere in Ställen zu halten oder anderweitig zu schützen. Die Geflügelpest grassierte zu diesem Zeitpunkt seit rund einem Monat in Schleswig-Holstein und war in sieben Kreisen nachgewiesen worden.

          Die Vogelgrippe ist für die Tiere selbst tödlich, für den Menschen in der Regel aber ungefährlich. Allerdings kann H5N1 in seltenen Fällen auch auf Menschen übertragen werden und dann schwere Erkrankungen auslösen.

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