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Ebola-Seuche : Weitere Pflegekraft in Texas infiziert

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Das Krankenhaus in Dallas, Texas, in dem vor einigen Tagen bereits ein Mensch positiv auf Ebola getestet wurde Bild: AFP

In den Vereinigten Staaten ist ein weiterer Mensch positiv auf Ebola getestet worden. Der Leiter der UN-Mission fordert derweil mehr internationale Unterstützung für den Kampf gegen die Seuche.

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          In den Vereinigten Staaten ist abermals ein Mensch positiv auf Ebola getestet worden. Eine Pflegekraft in Texas habe sich mit dem Virus infiziert, teilten die örtlichen Gesundheitsbehörden am Mittwoch mit.

          Der Chef der Anti-Ebola-Mission der Vereinten Nationen, Anthony Banbury, dringt derweil auf mehr internationale Unterstützung für den Kampf gegen die tödliche Krankheit in Westafrika. Bislang habe die Weltgemeinschaft noch nicht annähernd genug gegen die Epidemie in den am stärksten betroffenen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone geleistet, sagte Banbury dem UN-Sicherheitsrat am Dienstag (Ortszeit) in New York.

          UN: Es fehlt an Geld, Ärzten und Pflegepersonal

          Per Videolink sagte Banbury vom Hauptquartier der Anti-Ebola-Mission „Unmeer“ in Ghanas Hauptstadt Accra, es fehle vor allem an finanzieller Hilfe, Medizinern und Pflegepersonal, Diagnoselabors und Fahrzeugen. Zudem müssten mehr Krankenbetten aufgestellt werden, um für die weitere Ausbreitung der Infektionskrankheit gerüstet zu sein. Die UN-Mission werde bis Dezember 4.300 Betten bereitgestellt haben, benötigt würden aber 7.000 Betten.

          Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, dass sich im Dezember pro Woche 5.000 bis 10.000 Menschen neu mit der Ebola anstecken könnten. In den vergangenen Wochen waren es etwa 1.000 neue Fälle alle sieben Tage. Der Unmeer-Chef verwies auf die Ziele der WHO, wonach bis Anfang Dezember 70 Prozent aller Infizierten in Krankenhäusern behandelt werden müssen und 70 Prozent aller gestorbenen Patienten sicher beerdigt sein müssen.

          Im Leipziger St.Georg-Klinikum war ein 56 Jahre alter UN-Mitarbeiter an Ebola gestorben.

          Leichnam von Ebola-Totem im Leipzig eingeäschert

          Der Leichnam des in Leipzig gestorbenen Ebola-Patienten ist unterdessen eingeäschert worden. Der Tote wurde in der Nacht zu Mittwoch in einem Krematorium verbrannt, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung mitteilte. Wie mit der Urne verfahren werde, kläre die Stadt derzeit mit den Vereinten Nationen (UN) und dem Auswärtigen Amt. Zuvor war der Tote desinfiziert und in einem speziell präparierten Sarg aufbewahrt worden. Der 56 Jahre alte UN-Mitarbeiter war in der Nacht zu Dienstag nach fünftägiger Behandlung in der Sonderisolierstation des Leipziger Klinikums Sankt Georg an Ebola gestorben. Er war aus Liberia nach Leipzig geflogen worden. Der UN-Mitarbeiter war Muslim. Der Islam sieht eine Feuerbestattung eigentlich nicht vor - im Ebola-Fall gehe aber die Sicherheit vor, wurde entschieden.

          Derzeit sind in Liberia, Sierra Leone und Guinea laut WHO insgesamt mehr als 8.900 Ebola-Infizierte erfasst, von denen mehr als 4.440 starben. Noch in dieser Woche werde die Marke von offiziell 9.000 Fällen überschritten. Allerdings liege die Dunkelziffer wesentlich höher.

          Liberias Verkehrsministerin in Quarantäne

          Liberias Verkehrsministerin Angeline Cassell-Bush begab sich nach dem Tod ihres Fahrers durch Ebola in Quarantäne. In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung ihres Büros hieß es, Cassell-Bush habe ihn zwar nicht berührt. Die Maßnahme sei jedoch ein Schritt im Kampf gegen die Krankheit. Im September hatte sich bereits die Vize-Gesundheitsministerin des Landes isolieren lassen, nachdem ein Mitarbeiter an Ebola gestorben war. Liberia ist von der Epidemie am stärksten betroffen.

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