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Urteil : Keine Brustvergrößerung auf Krankenschein

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Das Bundessozialgericht hat entschieden: Krankenkassen müssen keine Brustoperationen bezahlen, selbst wenn Frauen unter ihrer Oberweite so sehr litten, daß sie psychotherapeutische Behandlung benötigen.

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          Frauen müssen für eine Brustvergrößerung oder -verkleinerung selbst bezahlen. Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts müssen Krankenkassen nicht dafür aufkommen. Auch wenn sie unter ihrer abweichenden Oberweite psychisch litten, sei dies kein Grund für eine Operation auf Kosten der Kasse, entschied das BSG in Kassel in einem Grundsatzurteil.

          Nicht jede Abweichung vom gesellschaftlich als erstrebenswert erachteten Aussehen sei eine behandlungsbedürftige Krankheit, urteilte das BSG. Eine körperliche Abweichung werde nicht schon deswegen zur Krankheit, weil der oder die Betroffene sie als solche empfinde. Psychosomatische Folgen könnten mittels einer Psychotherapie behandelt werden.

          Kasse greift erst bei entstellender Wirkung ein

          Erst wenn eine körperliche Anomalie eine entstellende Wirkung habe, käme unter Umständen eine Operation auf Kosten der Kasse in Betracht, befanden die Kasseler Richter. Vor einem chirurgischen Eingriff in den gesunden Körper müßten aber zunächst alternative Behandlungsmöglichkeiten geprüft werden.

          Geklagt hatten zwei Frauen mit sehr geringem Brustumfang sowie eine Frau mit übermäßiger Oberweite. In allen Fällen hatten die Frauen psychische Probleme geltend gemacht. Eine Operation sei nicht teurer als eine jahrelange Psychotherapie. Die Krankenkasse hielt dem entgegen, bei der Möglichkeit einer Brustveränderung auf Kassenkosten käme eine gewaltige Kostenlawine auf sie zu.

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