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Unicef-Studie : „HIV trifft vor allem Kinder am Rande der Gesellschaft“

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Christian Schneider, Geschäftsführer der Unicef Bild: dpa

Laut Unicef steigt die Zahl der HIV-Neuinfizierungen in Osteuropa und Zentralasien stetig an. Besonders Kinder und Jugendliche sind von der Epidemie betroffen. Christian Schneider, Geschäftsführer der Unicef, hofft auf Hilfe und Verständnis.

          In den Staaten Osteuropas und Zentralasiens breitet sich die Aids-Epidemie besonders unter Kindern, Jugendlichen und Frauen weiter aus. „Sie trifft vor allem Kinder am Rande der Gesellschaft: Heranwachsende, die ihr ganzes Leben im Heim verbracht haben und nicht auf ein normales Leben vorbereitet wurden, Straßenkinder, minderjährige Prostituierte, Drogenabhängige, die oft schon im Jugendalter ihre Hoffnungslosigkeit mit der Spritze betäuben“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.), anlässlich der Welt-Aidskonferenz, die am Sonntag in Wien beginnt.

          „Diese Kinder und Jugendlichen brauchen Hilfe und Verständnis statt Schuldzuweisungen - bevor es zu spät ist“, sagte Schneider. Osteuropa und Zentralasien sind Unicef zufolge die einzigen Weltregionen, in denen die Rate der Neuinfektionen mit dem HI-Virus weiter steigt. Achtzig Prozent der Infizierten seien jünger als dreißig Jahre alt. Seit 2006 verzeichneten einige Regionen Russlands einen Anstieg der Rate um bis zu 700 Prozent. Der Anteil der Neuinfektionen bei Frauen sei seit 2005 von 25 auf 40 Prozent gestiegen, heißt es in einer neuen Unicef-Studie. Doch Angst, Stigmatisierung und Kriminalisierung erschwerten den Kampf gegen die Epidemie. „Sie führen dazu, dass sich die Betroffenen und ihre Angehörigen verstecken müssen, sich nicht testen lassen und Beratung sie nicht erreicht. Dies ist leider in vielen Ländern bis heute der Fall - insbesondere in Osteuropa und Zentralasien“, sagte Schneider der F.A.S.

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