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Jahresbericht : Unicef fürchtet Tod von 69 Millionen Kindern bis 2030

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Kinder in Äthiopien erhalten eine Schluckimpfung. In Subsahara-Afrika ist die Situation für Kinder besonders prekär. Bild: AFP

Trotz spürbarer Fortschritte nimmt die Kinderarmut vor allem südlich der Sahara zu. Das geht aus dem Jahresbericht des Kinderhilfswerks Unicef hervor. Die Organisation warnt vor dramatischen Folgen.

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          69 Millionen Kinder unter fünf Jahren werden nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) bis zum Jahr 2030 an vermeidbaren Krankheiten wie Lungenentzündungen oder Masern sterben. Zudem werden bis dahin 167 Millionen Kinder in Armut leben, warnt Unicef in seinem am Dienstag in New York veröffentlichten Jahresbericht.

          Besonders betroffen sind Kinder aus dem Gebiet südlich der Sahara. Dort könnten 2030 schätzungsweise 156 Millionen Kinder unter extremer Armut leiden. Sie müssen mit weniger als 1,90 amerikanische Dollar am Tag auskommen. Trifft die Prognose von Unicef zu, kämen 2030 neun von zehn Kindern, die unter extremer Armut leiden, aus Subsahara-Afrika - 2002 kamen nur drei von zehn extrem armen Kindern aus dem Gebiet.

          Die Menschen in der Region leiden besonders schwer unter den Folgen des Klimawandels, da viele von ihnen von der Landwirtschaft abhängig sind. Zuletzt hatte das Klimaphänomen El Niño südlich der Sahara zu extremen Wetterbedingungen geführt. In einigen Ländern im Süden und im Osten Afrikas kam es zu einer Dürreperiode mit schweren Ernteausfällen.

          Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in Gefahr

          Laut Unicef könnten südlich der Sahara 2030 auch die Hälfte aller Kinder weltweit leben, die keinen Zugang zu Grundschulunterricht haben. Weltweit besuchen rund 124 Millionen Kinder keine Schulen der Primar- und unteren Sekundarstufe.

          Sollten die Prognosen zutreffen, seien die im vergangenen Jahr beschlossenen 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen nicht zu erreichen. Mit den Zielen sollen bis 2030 unter anderem Armut, Klimawandel und Diskriminierung bekämpft werden. Den Zielen haben sich alle 193 Mitgliedsstaaten angeschlossen.

          „Hunderten von Millionen Kindern eine faire Chance im Leben vorzuenthalten, gefährdet mehr als nur die Zukunft dieser Kinder“, sagte Unicef-Direktor Anthony Lake. „Der generationenübergreifende Kreislauf von Benachteiligung und Armut gefährdet die Zukunft der ganzen Gesellschaft.“ Dagegen könne man jedoch etwas tun. „Wir haben eine Wahl: Jetzt in die Zukunft dieser Kinder zu investieren oder zuzulassen, dass die Welt noch ungleicher und gespalten wird“, meinte Lake.

          Was ein solcher Einsatz bewirken könne, zeigten Fortschritte der letzten Jahre. So hätten sich die Kindersterblichkeit und die Zahl der Kinder, die in extremer Armut leben, seit 1990 insgesamt halbiert. Durch Impfprogramme seien zudem Maserinfektionen um fast 80 Prozent zurückgegangen, wodurch zwischen 2000 und 2014 das Leben von 17 Millionen Kindern gerettet worden sei. Auch bei der Bildung habe es Fortschritte gegeben: Mädchen haben heute einen deutlich besseren Zugang zu Schulbildung als noch vor 25 Jahren.

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