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Strahlenschutz für Embryonen : „Babykino“ wird ab 2021 verboten

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Ein Arzt einer Frauenklinik führt eine pränatale Ultraschall-Untersuchung an einer schwangeren Frau durch. (Symbolbild) Bild: dpa

Moderne Ultraschallverfahren liefern gestochen scharfe Bilder ungeborener Kinder, mitunter werden gar Erinnerungsvideos gedreht. Künftig sollen aber nur noch medizinisch notwendige Untersuchungen erlaubt sein.

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          Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft, die nicht medizinisch begründet und nicht Teil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung sind, werden zum 1. Januar 2021 verboten. Das teilte der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) am Donnerstag in Essen mit.

          Eine neue Verordnung im Strahlenschutzgesetz soll Embryos vor einer unnötigen, zu hohen Strahlendosis schützen. Die für die Bildgebung notwendigen hohen Ultraschallintensitäten seien mit einem möglichen Risiko für das Ungeborene verbunden, insbesondere, da mit Beginn der Knochenbildung wesentlich mehr Schallenergie am Knochen aufgenommen wird.

          Keine medizinische Notwendigkeit

          Das Verbot umfasst Doppler-, Duplex-, 3D- oder 4D-Verfahren, die landläufig „Babyfernsehen“, „Babykino“ oder „Baby-Viewing“ genannt werden. Viele Praxen bieten solche Untersuchungen als Selbstzahlerleistungen (IGeL) an. Die modernen Ultraschallverfahren liefern gestochen scharfe Bilder von ungeborenen Kindern im Mutterleib – mittlerweile werden sogar Erinnerungsfilme von ungeborenen Kindern „gedreht“.

          In der Regel besteht laut MDS keine medizinische Notwendigkeit für solche Untersuchungen. Bei den Eltern sind sie aber sehr beliebt: Eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung von 2016 zeigt, dass vier von fünf Frauen dieses IGeL-Angebot annehmen.

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