https://www.faz.net/-gum-92igk

Arbeitsüberlastung : Japanische Reporterin starb nach 159 Überstunden im Monat

  • Aktualisiert am

Nachrichtenagentur Kyodo News in Japan: Tod durch Überarbeitung ist in dem Land so verbreitet, dass dafür eigens das Wort „karoshi“ geprägt wurde. Bild: dpa

Nach massiver Arbeitsüberlastung ist eine japanische Radioreporterin 2013 an Herzversagen gestorben. Der öffentlich-rechtliche japanische Rundfunk NHK will jetzt die Arbeit der eigenen Journalisten reformieren.

          Eine japanische Radioreporterin ist offenkundig nach massiver Arbeitsüberlastung an Herzversagen gestorben. Die 31-Jährige Politikjournalistin hatte im Jahr 2013 in einem Monat 159 Überstunden angesammelt, berichtete der Sender CNN am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf den öffentlich-rechtlichen japanischen Rundfunk NHK.

          Die Arbeitsbehörden seien zu dem Ergebnis gekommen, dass der Tod der Frau auf Überarbeitung zurückgehe. NHK erklärte, man nehme den Fall sehr ernst und werde die Arbeit der eigenen Journalisten reformieren.

          Tod durch Überarbeitung ist in Japan so verbreitet, dass dafür eigens das Wort „karoshi“ geprägt wurde. In einer Regierungsstudie aus dem Jahr 2016 gaben 23 Prozent der befragten Firmen an, dass manche ihrer Mitarbeiter auf mehr als 80 Überstunden pro Monat kommen. Ein Jahr zuvor wurden 93 Fälle von Selbstmord oder versuchtem Suizid infolge von Überarbeitung offiziell anerkannt.

          Weitere Themen

          Kalifornien sagt E-Zigaretten den Kampf an

          Nach Todesfall : Kalifornien sagt E-Zigaretten den Kampf an

          Nach einem Todesfall durch E-Dampfer zieht der Pazifikstaat Konsequenzen. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat unter anderem eine millionenschwere Aufklärungskampagne angekündigt.

          Würde ein Register helfen?

          Fehlbildungen bei Geburten : Würde ein Register helfen?

          Nachdem der Fall dreier Säuglinge mit ähnlichen Fehlbildungen an den Händen bekannt geworden war, fordern Ärzte nun ein nationales Meldesystem. Die Bundesländer reagieren indes zurückhaltend.

          Bielefeld existiert! Oder?

          Stadt sieht sich bestätigt : Bielefeld existiert! Oder?

          Den rund 2000 Teilnehmern der „Bielefeld-Million“ ist der Beweis für die Nicht-Existenz der Stadt misslungen. Ob das die Verschwörungstheorie wirklich aus der Welt schafft?

          Topmeldungen

          Demnächst möglicherweise seltener zu sehen: „Zu vermieten“-Schild an einem Haus in Berlin-Schöneberg.

          F.A.Z. exklusiv : Mietendeckel schadet den Mietern

          Der Mietendeckel in Berlin soll das Wohnen bezahlbar halten. Doch die Studie eines renommierten Forschungsinstituts zeigt jetzt: Tatsächlich könnte er genau das Gegenteil bewirken.
          Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sanchez nach dem Treffen mit König Felipe

          Regierungsbildung gescheitert : Stillstand in Spanien

          Pedro Sánchez hat keine Mehrheit im Parlament. Zum zweiten Mal in diesem Jahr wird im November ein neues Parlament gewählt. Doch die politische Blockade könnte andauern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.