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Trichinen : Tödlicher Parasit bei Wildschwein gefunden

  • Aktualisiert am

Tragen die Keiler gefährliche Trichinen in sich? Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Bei einem in Deutschland erlegten Wildschwein ist der für den Menschen tödlichen Parasit „Trichinella pseudospiralis“ nachgewiesen worden. Experten fordern nach dem weltweit einzigartigen Fall eine verfeinerte Fleischbeschau.

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          Berliner Wissenschaftler haben erstmals bei einem in Deutschland erlegten Wildschwein den für den Menschen tödlichen Parasiten „Trichinella pseudospiralis“ nachgewiesen. Im Muskelfleisch eines Schweines von der Insel Usedom sei eine „sehr hohe Konzentration Parasiten“ gefunden worden, teilte am Montag das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit.

          Nach dem Fund müsse sich künftig die Fleischbeschau in Deutschland ändern: Der für Tiere oft ungefährliche Erreger könne nach klassischer Methode mit dem Trichinoskop schwer erkannt werden. Nur bei künstlich vorverdauten Proben sei der eingekapselte Schweineparasit festzustellen.

          Bislang nur im Ausland bekannt

          Die Trichinen-Art sei bisher nur im Ausland und dort vor allem bei Fleisch fressenden Vögeln und Wildtieren gefunden worden, hieß es weiter. Zusätzlich zu dem eingekapselten Parasiten sei bei der Usedomer Probe auch der bei deutschen Wildschweinen bekannte nicht eingekapselte Parasit „Trichinella spiralis“ festgestellt worden. Damit wurde weltweit erstmals eine Mischinfektion nachgewiesen.

          Die Bestände der üblicherweise verzehrten Hausschweine seien in Deutschland trichinenfrei. Das Essen von Rohwurst oder Schweine-Mett aus dem Ausland oder von infizierten Wildschweinen könne gefährlich werden, mahnte das Institut. Parasitenlarven wachsen nach Angaben des BfR im Dünndarm des Menschen zu Würmern heran, die sich später im Muskelgewebe einnisten. Symptome seien unter anderem Magen-Darm- Beschwerden, Fieber und Muskelschmerzen. Bei einem Befall von Herz- oder Zwerchfellmuskel kann die Infektion tödlich enden. Trotz der niedrigen Wahrscheinlichkeit eines Trichinellen-Fundes beim Wildschwein von 1 zu 50.000 sollten Jäger ihr erlegtes Wild vor dem Verzehr von einem kompetenten Institut untersuchen lassen.

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