https://www.faz.net/-gum-97nec

Tote durch Lassa-Fieber : Ein Gesundheitssystem am Limit

  • -Aktualisiert am

Ein Kind, das an Lassa-Fieber erkrankt ist: Hamburger Ärzte wollen der Ursache des Ausbruchs auf den Grund gehen. Bild: Alexander Davydov

Nigeria leidet unter dem schlimmsten Ausbruch von Lassa-Fieber seit Jahren. Experten vom Hamburger Tropeninstitut wollen der Ursache für die hohe Zahl der Infektionen auf den Grund gehen – und stehen vor einem Rätsel.

          3 Min.

          In Nigeria häufen sich die Fälle von Lassa-Fieber. Nach Angaben des Nigeria Centre for Disease Control wurden in 18 Bundesstaaten schon 317 Menschen positiv getestet, 72 starben. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals einen solchen Ausbruch hatten“, sagt Stephan Günther, Leiter der Virologie des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin. Es sei davon auszugehen, dass die Dunkelziffer viel höher liege, da die Krankheit in Westafrika oft nicht diagnostiziert werde, und dass der Ausbruch noch zwei bis drei Monate anhält. Normalerweise gehe die Zahl der Lassa-Fieber-Infektionen erst im Mai wieder zurück. „Wir sind alarmiert“, sagt Günther. „Das nigerianische Gesundheitssystem ist am Limit.“ Allein in den vergangenen zwei Monaten habe die Zahl der bestätigten Fälle die des gesamten Jahres 2017 überstiegen, meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

          Zur Zeit haben die Tropenmediziner aus Hamburg ein Team von fünf Mitarbeitern am Ort. Sie sind seit Jahren auf Lassa-Fieber spezialisiert und haben auch den diesjährigen Ausbruch als erste gemeldet. Günther wird im März selbst nach Nigeria reisen und zwei Wochen lang die Untersuchungen im Land leiten. Auch die WHO hat eine sechsköpfige Delegation nach Nigeria entsandt. Kanadische Spezialisten sind ebenso angereist wie Fachleute des Centers for Disease Control aus Atlanta.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die sagenhafte Superyacht : Abenteuer on the rocks

          Keiner dieser Gin-Paläste: Mit „Ragnar“ kreuzt eine der ungewöhnlichsten Yachten über die Ozeane. Sie kann Eis brechen und der Forschung helfen.

          So sieht die moderne Küche aus : Heiß und trendig

          Corona schickt die Menschen zurück an den Herd. Das hat zur Folge, dass viele ihre Küche neu einrichten. Die Nachfrage nach Geräten ist zurzeit enorm. Falls sie noch nicht bestellt haben: Wir helfen und zeigen Ihnen, was momentan in der Küche so angesagt ist.
          Cybergangster kommen nicht durchs Tor: Tankanlagen an einer Abzweigung im Pipeline-System von Colonial im Bundesstaat Alabama

          Hackerangriff auf Pipeline : Lösegeld für das schwarze Gold

          Eine Cyberattacke in den Vereinigten Staaten beeinträchtigt den Transport von Öl. Sollten die Folgen anhalten, könnten auch hierzulande Öl und Benzin nochmal teurer werden.