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Britische Urlauber gestorben : Thomas Cook holt nach Todesfall Gäste aus ägyptischem Hotel

  • Aktualisiert am

Urlauber im ägyptischen Hurghada Bild: dpa

Ein britisches Urlaubspaar ist in einem ägyptischen Hotel unter noch ungeklärten Umständen gestorben. Der Reiseveranstalter will nun alle dort untergebrachten Gäste ausquartieren. Die Rede ist auch von ungewöhnlich vielen Krankheitsfällen.

          Nach zwei mysteriösen Todesfällen in einem Hotel im ägyptischen Badeort Hurghada hat der britische Reiseveranstalter Thomas Cook alle seine Gäste von dort ausquartiert. Das bestätigte das Unternehmen am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Sicherheit ist immer unsere höchste Priorität, deswegen haben wir die Entscheidung getroffen, als Vorsichtsmaßnahme alle unsere Kunden von diesem Hotel wegzubringen“, hieß es.

          Zuvor war bekannt geworden, dass ein britisches Ehepaar während seines Aufenthalts in dem Hotel in Hurghada gestorben war. „Die Todesumstände sind noch unklar. Uns haben auch weitere Berichte von einem erhöhten Niveau an Krankheitsfällen unter den Gästen erreicht“, so der Reiseveranstalter. „Wir arbeiten weiterhin eng mit dem Hotel zusammen und unterstützen die Behörden bei ihren Ermittlungen.“

          Thomas-Cook-Kunden in dem Hotel würden nun entweder anderweitig untergebracht oder hätten die Option, nach Hause zu fliegen. Nach Angaben einer  Unternehmenssprecherin wurde auch eine zweistellige Zahl deutscher Gäste in andere Hotels in Hurghada umquartiert.

          Die Sprecherin des betroffenen Steigenberger Aqua Magic Hotels, Salli Chattab, sagte der Deutschen Presse-Agentur, bei der Ausquartierung handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Es gebe bislang keinen Beweis für einen unnatürlichen Tod des britischen Ehepaars. In dem Hotel sind mehrere Hundert Urlauber untergebracht.

          Die Provinzverwaltung teilte am Freitagabend mit, der Mann, dessen Alter britische Medien mit 69 angaben, sei an „plötzlichem Herzversagen und Atemstopp“ gestorben. Das hätten forensische Untersuchungen ergeben. Es gebe keine Hinweise auf ein Verbechen. Zur Todesursache der Frau, die Berichten zufolge 63 Jahre alt gewesen soll, machte die Behörde keine Angaben.

          Der Generaldirektor des Hotels, Dieter Geiger, hatte bereits am Dienstag an Reiseunternehmen geschrieben, für eine „angeblich gehäufte Zahl von Krankheiten im Hotel“ gebe es keine Indizien. Ein deutscher Tourist berichtete hingegen, er, sein Sohn und weitere Gäste seien an Durchfall erkrankt. Allerdings trat die Erkrankung bei ihm erst am Mittwoch und damit einen Tag nach dem Tod der Briten auf.

          Der deutsche Reiseveranstalter Tui teilte mit, man habe die Präsenz in dem betroffenen Hotel erhöht, um für mögliche Fragen zur Verfügung zu stehen. Wenn ein Gast umziehen wolle, kümmere sich die Reiseleitung umgehend. Sowohl Thomas Cook als auch Tui betonten, das Hotel sei vor Kurzem erst erfolgreich von Experten getestet worden.

          Die Tochter des verstorbenen Paares, die zeitgleich in dem Hotel Urlaub machte, berichtete einem lokalen englischen Radiosender, ihre Eltern seien „fit und gesund“ gewesen. „Dad ist nie ins Krankenhaus gekommen, er starb im Hotelzimmer vor meinen Augen. Ich bin mit Mum in einem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren, wo sie verstarb“, sagte Kelly Ormerod dem lokalen Radiosender 2BR am Freitag.

          Hurghadas Gouverneur, Ahmed Abdallah, widersprach der Londoner „Times“ zufolge dieser Darstellung. Der Verstorbene habe „eindeutig einen Herzinfarkt erlitten“, sagte er. Er habe „viele gesundheitliche Probleme“ gehabt, entsprechende Medikamente seien in dem Hotelzimmer gefunden worden.

          Vermutungen, die Todesursache könne mit einer defekten Klimaanlage oder mit dem Hotelessen zusammenhängen, schloss Abdallah weitgehend aus. Sonst hätten andere Gäste betroffen sein müssen. Thomas Cook erklärte, es gebe keine Hinweise, die Spekulationen stützten, das Ehepaar sei an einer  Kohlenmonoxidvergiftung gestorben.

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