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Tabakverbot : Rauchfrei in Bhutan

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In Buthan blasen Mönche das traditionelle Horn, rauchen dürfen sie nicht Bild: AP

Rauchen in der Öffentlichkeit ist verboten und Tabakwaren dürfen nicht verkauft werden. Das Gesundheitsministerium im Königreich Bhutan hofft auf eine rauchfreie Nation und „nationale Zufriedenheit“.

          Als erstes Land der Welt verbietet das Königreich Bhutan im Himalaya von diesem Freitag an den Verkauf von Tabakwaren. „Das ist ein erster wichtiger Schritt, um uns zu einer rauchfreien Nation zu machen“, sagte Bhutans Gesundheits-Staatssekretär Sangay Thinley in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Von Freitag an werde außerdem landesweit Rauchen in der Öffentlichkeit untersagt.

          In 18 von 20 Distrikten des Landes ist der Verkauf von Tabakwaren bereits im Laufe des Jahres verboten worden. In der Hauptstadt Thimpu und einem Distrikt im Südosten tritt das Verbot nun in Kraft. „Es gab keinen Widerstand“, sagte Thinley. „Die meisten Menschen sind sehr glücklich darüber.“

          Im Buddhismus gilt Rauchen als keine gute Sache

          Der Staatssekretär betonte, das Verbot werde zur „nationalen Zufriedenheit“ beitragen und müsse auch in einem religiösen Zusammenhang gesehen werden. „Im Mahayana-Buddhismus gilt Rauchen als keine gute Sache.“

          In Privaträumen darf in Bhutan weiter geraucht werden. Tabakwaren für den Eigengebrauch dürfen aus dem Ausland mitgebracht werden, allerdings werden sie mit einer Einfuhrsteuer von 100 Prozent belegt. Läden, Bars und Hotels hatten einen Monat Zeit, ihre Tabakvorräte abzubauen. Wer von Freitag an noch Tabakprodukte verkauft, riskiert eine Strafe von 10.000 Ngultrum (rund 175 Euro). Wiederholungstätern droht der Verlust ihrer Handelslizenz.

          Erstes Rauchverbot im Jahr 1729

          Bhutan produziert selber keine Tabakwaren, sondern importierte diese bislang meist aus dem benachbarten Indien. Nach einer Studie des Gesundheitsministeriums Buthans von Anfang der 90er Jahre rauchten damals nur rund ein Prozent der Bevölkerung. Bhutans erstes dokumentiertes Rauchverbot datiert laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 1729 und gilt bis heute. Demnach ist Rauchen in allen religiösen Stätten untersagt.

          Bhutan heißt in Anlehnung an die heftigen Stürme dort „Land des Donnerdrachens“. Seit 1907 ist Bhutan mit seinen heute rund 2,1 Millionen Einwohnern eine Monarchie. Das Land blieb bis zu seiner Aufnahme in die Vereinten Nationen 1971 international weitgehend isoliert. Ausländische Journalisten durften erstmals 1974 zur Krönung des bis heute herrschenden „Drachenkönigs“ Jigme Singye Wangchuck ins Land. Der Besuch von Touristen ist reglementiert.

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