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Studie des Robert-Koch-Instituts : Die Deutschen fühlen sich gesund

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Zur Vorsorge gehen mehr als zwei Drittel der Frauen - und 40 Prozent der Männer. Bild: dapd

Eine große Studie des Robert-Koch-Instituts zeigt: Den Deutschen geht es gesundheitlich gut. Doch Übergewicht, Alkohol, Herzkreislaufkrankheiten und Diabetes bleiben ein Problem.

           Gutverdiener sind gesünder als Menschen mit einem geringeren Status, die Deutschen leiden häufiger an Diabetes als in den Neunzigern, nur eine Minderheit der Senioren ist im Alltag eingeschränkt, und jeder vierte Erwachsene treibt mindestens zwei Stunden Sport in der Woche. Diese Fakten gehören zu den Ergebnissen einer großen Gesundheitsstudie des Robert-Koch-Instituts. Von Ende 2008 bis Ende 2011 hatten sich mehr als 7200 Personen zwischen 18 und 79 Jahren befragen und untersuchen lassen, weitere 900 wurden nur befragt - seit dem Bundesgesundheitssurvey von 1998 die erste Studie dieser Art. Körperliche und psychische Gesundheit, Lebensqualität, Gesundheitsverhalten - so lauteten die Schwerpunkte der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

          Fast 77 Prozent der Männer und knapp 73 Prozent der Frauen schätzen demnach ihre Gesundheit als gut oder sehr gut ein. Selbst die über Siebzigjährigen sehen ihren Zustand mehrheitlich positiv. Die überwiegende Zahl der Senioren ist fit. Ein Greiftest zeigte, dass nur knapp jede zehnte Frau über 65 Jahren eine stark verringerte Muskelkraft der Hände aufwies; bei den Männern war es sogar nur jeder Zwanzigste. Wie kräftig man zufassen kann, ist ein wichtiger Hinweis darauf, ob man noch alleine zurecht kommt im Alltag.

          Unter anderem ging es den Forschern des Robert-Koch-Instituts um die großen Zivilisationskrankheiten. Ganz oben auf der Liste: Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 13 Prozent der Frauen und 19 Prozent der Männer sind betroffen - 2,5 Prozent der Frauen und 7 Prozent der Männer zwischen 40 und 79 Jahren haben sogar schon einen Herzinfarkt überlebt; 2,5 Prozent der Frauen und 3,3 Prozent der Männer einen Schlaganfall.

          Diabetes haben 7,2 der Bevölkerung zwischen 18 und 79 Jahren. Verglichen mit der vorangegangen Studie ist die Zahl der Erwachsenen mit Diabetes um 38 Prozent gestiegen. Ein Drittel dieses Anstiegs geht allerdings auf die demographische Entwicklung zurück, weil die Gruppe der Älteren, die ein höheres Diabetesrisiko hat, gewachsen ist.

          Gut 60 Prozent der Frauen und knapp 57 Prozent der Männer haben einen erhöhten Cholesterinspiegel. Ein weiteres Problem: Viele Zivilisationskrankheiten hängen mit der Tatsache zusammen, dass die Menschen in den reichen Ländern zu dick sind. Auch der Robert-Koch-Studie nach sind 53 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer übergewichtig. Stark übergewichtig sind knapp 24 Prozent der Frauen und gut 23 Prozent der Männer.

          Doch es ging in der Studie nicht nur um den Körper, sondern auch um die Seele: Eine „depressive Symptomatik“ besteht demnach bei 8 Prozent der Deutschen, bei Frauen häufiger als bei Männern. Zudem fühlt sich jeder Zehnte stark stressbelastet. Während die Deutschen beim Sport dazugelernt haben und sich öfter bewegen als in den Neunzigern, bleibt ihr Alkoholkonsum kritisch. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen trinkt mehr als die Hälfte der Männer und ein Drittel der Frauen „riskant Alkohol“. Geraucht wird dagegen weniger. Knapp 27 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer hängen noch am Glimmstengel.

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