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Statistik der Krankenkassen : Wenn Patienten zu Opfern werden

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Ein besonders krasser Behandlungsfehler. Passiert ist er allerdings in Australien. Bild: AP

Laut Gutachtern der Krankenkassen kam es im vergangenen Jahr zu fast 4000 Behandlungsfehlern. Mehr als 150 Patienten starben, knapp 1300 trugen einen Dauerschaden davon. Die Dunkelziffer könnte noch deutlich höher liegen.

          Im vergangenen Jahr starben 155 Patienten an den Folgen eines ärztlichen Behandlungsfehlers oder damit zusammenhängenden Komplikationen. Darüber hinaus erlitten 1294 Patienten einen Dauerschaden. Das teilte der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) am Mittwoch bei der Präsentation seiner Fehlerstatistik 2014 in Berlin mit.

          Dem Bericht zufolge haben Patienten und Angehörige 2014 bei ihren Krankenkassen häufiger einen Verdacht auf Behandlungsfehler geltend gemacht als im Jahr zuvor. Die Zahl der MDK-Gutachten wegen eines Verdachts auf Fehler stieg binnen eines Jahres um rund 80 auf 14.663 an. Ein Drittel der Vorwürfe bezog sich auf Orthopädie und Unfallchirurgie, gefolgt von allgemeiner Chirurgie, innerer und Zahnmedizin.

          In 3796 Fällen erkannten die Gutachter einen Behandlungsfehler, durch den die Patienten geschädigt wurden. Ein Drittel der Fehler passiere bei einem operativen Eingriff. „Es ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen“, hob die MDK-Ärztin Astrid Zobel hervor.

          „Die Zahlen sprechen dafür, dass von einer Entwarnung keine Rede sein kann“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Stefan Gronemyer. Zählt man die Vorwürfe dazu, die Patienten bei Gutachterstellen der Ärzteschaft geltend machen, kommt man auf rund 6000 bestätigte Fehler im vergangenen Jahr, wie ein Sprecher der Bundesärztekammer bestätigte.

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