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Spanien : Erste Ebola-Infektion in Europa

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Eine Krankenschwester in Madrid hat sich mit dem Ebolavirus infiziert. Es ist die erste Ansteckung in Europa. Die Frau hatte in der Klinik gearbeitet, in der zuvor zwei Patienten an Ebola gestorben waren.

          2 Min.

          Erstmals während der aktuellen Ebola-Epidemie hat sich ein Mensch innerhalb Europas mit dem gefährlichen Virus infiziert. Wie die spanische Gesundheitsministerin Ana Mato mitteilte, steckte sich eine Krankenschwester an, die einen Ebola-Patienten in einem Madrider Krankenhaus gepflegt hatte. Zwei Bluttests seien positiv ausgefallen.

          Die Tageszeitung „El País“ berichtete, Gesundheitsministerin Ana Mato habe eine Krisensitzung einberufen. Bei der Krankenschwester handele um eine 44-jährige verheiratete Frau, die zwei Kinder habe.

          Die Frau hatte den spanischen Geistlichen Manuel García Viejo gepflegt, der sich in Sierra Leona mit Ebola infiziert hatte und mit einem Flugzeug der spanischen Luftwaffe ausgeflogen worden war. Der 69 Jahre alte Mann starb am 25. September in Madrid.

          Die Organisation Ärzte ohne Grenzen teilte am Montag mit, dass sich eine norwegische Mitarbeiterin in Sierra Leone mit dem Ebola-Virus angesteckt hat. Die Frau sollte zur Behandlung in das Osloer Universitätsklinikum geflogen werden.

          Marburg-Fieber ausgebrochen

          Eine weitere schlimme Nachricht kam aus Afrika: In Uganda ist das eng
          mit Ebola verwandte Marburg-Fieber ausgebrochen. Ein Klinikmitarbeiter in dem ostafrikanischen Land erlag dem Virus, mehrere haben sich möglicherweise infiziert. Insgesamt stünden 80 Menschen in Quarantäne unter Beobachtung, sagte die Direktorin des staatlichen Gesundheitsdienstes, Jane Aceng, der Nachrichtenagentur dpa in Kampala. Präsident Yoweri Museveni rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. 

          Bisherige Ausbrüche in Uganda konnten relativ rasch eingedämmt werden. Bei dem Marburg-Opfer handelte es sich um ein 30-jährigen Röntgenassistenten eines christlichen Missionskrankenhauses in der Hauptstadt Kampala. Er sei am 28. September gestorben, so die Behörden. Infektionen mit dem Virus sind zwar selten, verlaufen aber nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehr oft tödlich. Das Virus verursacht starke Blutungen.

          In den drei am härtesten von Ebola betroffenen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone fallen trotz verbesserter Hilfsmaßnahmen immer noch täglich Menschen Ebola zum Opfer. Insgesamt sind bei der WHO inzwischen mehr als 3400 Tote in den drei Ländern erfasst, mit über 2000 die weitaus meisten davon in Liberia.

          Ebola-Patient bekommt neues Medikament

          Der Ebola-Patient in den Vereinigten Staaten wird ab sofort mit einem experimentellen Medikament behandelt. Der Mann bekomme das von der amerikanischen Firma Chimerix entwickelte Präparat „brincidofovir“, das derzeit noch getestet werde, teilte das Texas Health Presbyterian Krankenhaus in Dallas am Montag mit. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte zuvor mitgeteilt, dass der Mann nicht wie andere Patienten in den USA zuvor mit dem experimentellen Medikament „ZMapp“ behandelt werde, weil es aufgebraucht sei.

          Der Mann aus Liberia schwebt nach Angaben des Krankenhauses weiter in Lebensgefahr, sein Zustand sei aber stabil. Bei ihm war vor rund einer Woche Ebola diagnostiziert worden.

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