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Siamesische Zwillinge : Lea ist wieder zu Hause

  • Aktualisiert am

Behutsam hält Vater Peter Block die kleine Lea in seinen Armen Bild: dpa/dpaweb

Große Freude im nordrhein-westfälischen Lemgo: Lea, die Überlebende des in den Vereinigten Staaten getrennten siamesischen Zwillingspaares, ist in ihrem Heimatort eingetroffen.

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          Das siamesische Zwillingsmädchen Lea ist knapp drei Monate nach der dramatischen Trennung von ihrer Schwester wieder zu Hause. Nach siebenstündigem Flug aus den Vereinigten Staaten landete das Kind am Dienstag mit seinen Eltern wohlbehalten auf dem Frankfurter Flughafen. Die kleine Familie traf am Mittag in der Heimatstadt Lemgo bei Detmold ein. Dort lebt Lea zunächst im Haus der Großeltern. Am Wochenende wollen Lemgos Mennoniten, zu deren Gemeinde auch die Familie des Kindes gehört, einen Willkommens-Gottesdienst feiern.

          Amerikanische Ärzte hatten Lea im September von ihrer Schwester Tabea getrennt, mit der sie am Kopf zusammengewachsen war. Tabea überlebte den Eingriff nicht. Die Zwillinge waren bereits im Mai ins amerikanische Baltimore gereist. „Wir hatten nur noch einen Gedanken in letzter Zeit: Wir wollen zurück zu unseren Familien nach Deutschland“, sagte Leas Mutter Nelly einem Fernsehmagazin.

          Bleibende Wahrnehmungsstörungen

          Das 16 Monate alte Kind erholt sich nur langsam von der schweren Operation und muß wahrscheinlich mit bleibenden Schäden leben. Der behandelnde amerikanische Chirurg Benjamin Carson rechnet damit, daß das Kind auf Dauer Wahrnehmungsstörungen beim Sehen haben wird. Von der Intelligenz her sei das Mädchen aber „voll auf der Höhe“. Therapie-Maßnahmen sollen teilweise auftretende Lähmungserscheinungen von Leas linker Körperhälfte lindern. Lea bekommt auch Medikamente gegen epileptische Anfälle, die nach der Trennung aufgetreten waren.

          Leas letzte Etappe nach Hause: Start am Frankfurter Flughafen

          Am vergangenen Mittwoch war das Kind noch einmal überraschend operiert worden. Dabei ging es um einen Katheter, der bei Lea einen „Wasserkopf“ verhindern sollte, aber defekt war, berichtet die Bielefelder Zeitung „Westfalen-Blatt“. In einem Interview im September hatte Leas Mutter gesagt, die Bewältigung von Tabeas Tod beginne erst mit der Rückkehr in die Heimat wirklich: „Wir haben vieles, was uns geschenkt wurde, viele Spielsachen doppelt bekommen.“

          Boeing mit kleiner Krankenstation

          Für Lea wurde auf dem Flug von Washington nach Frankfurt eine kleine Krankenstation in der Boeing 747 installiert. In einem abgetrennten Teil der Kabine seien ein Bett und zwei Sitzplätze für Begleiter aufgestellt worden, sagte Jürgen Uerlings vom Lufthansa-Kabinenpersonal. Sauerstoffgerät und EKG gehörten zur Ausrüstung. Ein Arzt und eine Krankenschwester flogen mit.

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