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Seuchen : Sorge um Ausbruch der Vogelgrippe in Europa wächst

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Noch will niemand von einer ernsten Gefahr sprechen, doch schon jetzt ist der Grenzschutz Regierungsangaben zufolge vorbereitet. Bei Verdacht auf eine Vogelgrippe sollen weder Menschen noch Tiere als Infektionsträger nach Deutschland einreisen dürfen.

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          Die in Asien grassierende Vogelgrippe hat möglicherweise Europa bereits erreicht. Wie die zuständigen russischen Behörden am Mittwoch auf ihrer Internetseite mitteilten, untersuchen sie in einer Region westlich des Urals und rund 1800 Kilometer südlich von Moskau ein Massensterben von Vögeln. Die staatliche russische Gesundheitsbehörde erklärte, vorläufige Untersuchungen deuteten darauf hin, daß es sich nicht um den auch für Menschen gefährlichen Virus handele. Die Ursache für den Tod der Vögel ist bisher jedoch unklar.

          Die Vögel seien auf einer Geflügelfarm in der kaspischen Region Kalmykien verendet, erklärten die Behörden. Einem russischen Experten zufolge könnten die Vögel an einer Infektion gestorben sein, die von Parasiten-Würmern übertragen wird. „Das Ergebnis einer vorläufigen Analyse hat das Auftreten der Vogelgrippe nicht bestätigt“, wird er von der Nachrichtenagentur Itar-Tass zitiert. Die Nachrichtenagentur Interfax berichtete von einem weiteren Vogel-Massensterben. In der dem Ural benachbarten Region Swerdlowsk seien zahlreiche Enten verendet.

          Ausbreitung nach Westen geht weiter

          Die Vogelgrippe hatte sich in den vergangenen Tagen weiter Richtung Westen ausgebreitet. Am Dienstag hatte das Katastrophenschutzministerium in Moskau mitgeteilt, daß das in der Stadt Tscheljabinsk im Ural entdeckte Virus vom Typ H5N1 sei, an dem in Asien bereits mehr als 50 Menschen und Millionen Tiere gestorben sind. Tscheljabinsk liegt etwa 2000 Kilometer von Kalmykien entfernt.

          Experten hatten gewarnt, Zugvögel könnten das Virus bis in den europäischen Teil Rußlands schleppen. Die amerikanische Botschaft in Kasachstan erklärte, das Außenministerium bevorrate sich derzeit mit dem Grippemittel Tamiflu, um Angestellte und ihre Familien in Südostasien behandeln zu können.

          Vorsorge, aber keine akute Gefahr

          Das Bundesinnenministerium kündigte an, erkrankten Menschen die Einreise zu verweigern und sie zu isolieren. Dadurch solle sichergestellt werden, daß weder Tiere noch Menschen nach Deutschland kämen, die Infektionsüberträger sein könnten. Es gebe eine doppelte Gefährdung: Nicht nur für Tiere und den Wirtschaftszweig, auch für Menschen könne man ein Risiko „nicht ausschließen“, sagte ein Sprecher.

          Das Bundesgesundheitsministerium dämpfte die Sorge vor der Ausbreitung des Virus. „Solange die Vogelgrippe nicht auf den Menschen übertragen ist, ist das keine Gefahr für die Gesundheit der Menschen“, sagte eine Sprecherin. Der Bund sei aber verpflichtet, Vorsorge zu treffen. Seit dem Ausbruch des Vogelgrippevirus' vom Typ H5N1 Ende 2003 sind in Asien bereits mehr als 50 Menschen an der Infektion gestorben.

          An diesem Donnerstag will eine Expertengruppe unter Leitung des Bundesverbraucherministeriums in Bonn beraten. Ministerin Renate Künast (Grüne) werde die Ergebnisse in Berlin bekanntgeben, teilte eine Sprecherin mit. Über das Internet werde in einem Informationsblatt über Importverbote und andere Einzelheiten informiert. Auch das Auswärtige Amt kündigte solche Informationen über Schutzmaterial und Medikamente für Asienreisende und dort lebende Deutsche an.

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