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Seuchen : BSE-Schutzmaßnahmen sollen gelockert werden

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Hirnstammprobe für den BSE-Nachweis Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Mehr als fünf Jahre nach dem ersten BSE-Fall in Deutschland sollen die Schutzmaßnahmen gelockert werden. Die Heraufsetzung des Testalters sei „ohne eine messbare Risikoerhöhung für dieVerbraucher möglich“, so die Experten.

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          Mehr als fünf Jahre nach dem ersten BSE-Fall in Deutschland sollen die Schutzmaßnahmen gelockert werden. Die BSE-Tests für Tiere im Alter von 24 bis 30 Monaten sollen künftig entfallen, wie der Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Gert Lindemann, am Donnerstag nach einem Expertentreffen im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems erklärte. In den vergangenen Jahren seien nur zwei Tiere knapp unter 30 Monate positiv getestet worden. Die Vorsorgemaßnahmen, vor allem das Verfütterungsverbot für tierisches Eiweiß, zeigten Wirkung.

          Nach Einschätzung des FLI und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sei die Heraufsetzung des Testalters „ohne eine messbare Risikoerhöhung für Verbraucher möglich“, so Lindemann. Darüber solle nun mit den Ländern beraten werden. Deutschland würde damit der Praxis in den anderen EU-Ländern folgen, wo bereits ein Mindestalter für die BSE-Tests von 30 Monaten gilt.

          Im Jahr 2005 nur 32 BSE-Fälle in Deutschland

          Lediglich Deutschland war aufgrund wissenschaftlicher Empfehlungen im Jahr 2000 über diese Grenze hinausgegangen. Im Jahr 2005 wurden 32 BSE-Fälle in Deutschland registriert im Vergleich zu 125 Fällen im Jahr 2001. Die Vertreter der zuständigen Bundesministerien sprachen sich weiterhin dafür aus, das Tötungsverbot für komplette Herden oder Kohorten bei einzelnen BSE-Fällen EU-weit aufzuheben. Es gelte inzwischen als sicher, daß Milch kein Risiko darstelle und BSE auch nicht an Nachkommen übertragen wird. Deshalb sollten Tiere einer betroffenen Herde weiter genutzt werden können, allerdings nach der Schlachtung nicht für Lebensmittel weiterverarbeitet werden.

          Die tödlich verlaufende Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) ist eine durch atypische Eiweißkörper verursachte tödliche Erkrankung des Gehirns bei Rindern. Als menschliche Form des Rinderwahnsinns gilt die Creutzfeld-Jakob-Erkrankung. Im November 2000 war der erste BSE-Falls eines in Deutschland geborenen Rindes bestätigt worden.

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