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Schweinegrippe : Meldepflicht für neue Verdachtsfälle

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An den Kopf getippt: Am Flughafen von Cancun, Mexiko, wird Touristen die Temperatur gemessen Bild: dpa

In Deutschland besteht von Sonntag an eine Meldepflicht für Patienten, die sich möglicherweise mit der Schweinegrippe angesteckt haben. Das neue Virus hat unterdessen auch Asien erreicht. Die Weltgesundheitsorganisation hat bislang 653 Erkrankungen weltweit bestätigt.

          Die Zahl der bestätigten Schweinegrippe-Erkrankungen in Deutschland hat sich auf sechs erhöht. Die Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) ergaben, dass sich im Kreisklinikum Mallersdorf in Bayern neben einer Krankenschwester auch ein 38 Jahre alter Patient aus Straubing durch Kontakt zu einem an dem Virus erkrankten Mann angesteckt hatte. Eine RKI-Sprecherin sagte, dies sei der zweite Fall, in dem sich ein Mensch innerhalb Deutschlands infiziert habe. Außer einer infizierten Frau in Hamburg traten alle anderen Erkrankungen in Bayern auf. Ärzte in Deutschland müssen künftig alle Fälle der neuen Grippe an die Gesundheitsämter melden.

          Eine entsprechende Rechtsverordnung tritt am Sonntag in Kraft, wie das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mitteilte. Damit werde die Arztmeldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz auf Fälle der neuen Influenza A/H1N1 ausgedehnt. Dies betreffe sowohl Verdachts- als auch Erkrankungsfälle. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte erst kürzlich eine solche Meldepflicht bei begründeten Schweinegrippe-Verdachtsfällen gefordert. Bislang bestand lediglich eine Informationspflicht für Labore, die das neue Influenzavirus feststellten.

          Die Angst hält sich in Grenzen

          Geplant wird auch für den Fall, dass sich der Erreger der Schweinegrippe weiter verändert. Die Erfahrung früherer Pandemien, etwa bei der Spanischen Grippe, beeinflusse auch die Entscheidung über die mögliche Produktion von Impfseren. „Wenn man einen Impfstoff produziert, hat das auch damit zu tun, dass man sich eine zweite Welle vorstellen kann“, so RKI-Präsident Hacker.

          Das Bundesgesundheitsministerium erhöht unterdessen angeblich den Druck auf solche Bundesländer, die bisher nicht der Empfehlung gefolgt sind, für 20 Prozent der Bevölkerung antivirale Medikamente wie Tamiflu oder Relenza vorrätig zu haben. Eine Ministeriumssprecherin sagte, für die Bereitstellung der Medikamente liege die Verantwortung in den Ländern. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte berichtet, auf Länderebene würden Lieferengpässe befüchtet.

          Die Mehrheit der Deutschen hingegen sieht die Ausbreitung der Schweinegrippe offenbar gelassen. 59 Prozent der Bundesbürger haben keine Angst vor der weltweiten Ausbreitung des Virus, wie eine Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ ergab. 36 Prozent der 501 Befragten gaben an, etwas Angst zu haben, nur vier Prozent haben große Angst.

          Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der amerikanischen Gesundheitsbehörden sind weltweit bislang 653 Erkrankungen an Schweinegrippe bestätigt. Die Schweinegrippe hat Asien erreicht. In Hongkong und in Südkorea bestätigten die Behörden am Freitag und am Samstag die ersten Fälle von Infektionen mit dem Influenza-Virus vom Typ A/H1N1.

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