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Schweinegrippe : Erstmals Virus-Infektion in China

  • Aktualisiert am

Die Schweinegrippe hat das chinesische Festland erreicht Bild: dpa

Die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung der Schweinegrippe ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation nicht gebannt. China meldet den ersten Fall auf dem Festland. In den Vereinigten Staaten ist die Zahl der bestätigten Erkrankungen weiter gestiegen. Deutschland meldet die zwölfte Infektion.

          Nach dem ersten Fall von Schweinegrippe in China ist ein Pekinger Hotel mit 103 Gästen und Angestellten komplett unter Quarantäne gestellt worden. Wie die Nachrichtenagentur China News Service am Montag berichtete, war der aus den Vereinigten Staaten über Tokio kommende 30 Jahre alte kranke Chinese in den frühen Morgenstunden des Samstags in dem Hanglü-Hotel in Tianzhu am Pekinger Flughafen eingekehrt, bevor er nach Chengdu weitergeflogen war. Unter den isolierten Hotelgästen seien auch neun Ausländer. Ihre Nationalität wurde nicht genannt. Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao rief in einer am Abend in den zentralen Abendnachrichten verbreiteten Erklärung zum entschlossenen Kampf gegen die Schweinegrippe auf.

          Bereits Anfang Mai war bei einem jungen Mann in Hongkong eine Infektion mit dem Schweinegrippe-Virus bestätigt worden. Die Behörden hatten als Vorsichtsmaßnahme 300 Gäste und Angestellte eines Hotels unter Quarantäne gestellt, in dem sich der Mann kurz aufgehalten hatte.

          Noch keine Entwarnung für Deutschland

          In Deutschland gibt es einen weiteren Fall von Schweinegrippe. Bei einer Frau aus Bayern bestätigte sich der Verdacht auf das Influenza-Virus A/H1N1, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin mitteilte. Die 27 Jahre alte Frau sei aus Mexiko zurückgekehrt, wo sie demnach in einem Krankenhaus Patienten mit Atemwegssymptomen behandelt hatte. Damit sind in Deutschland bisher zwölf Schweingrippe-Fälle bestätigt, sieben davon in Bayern.

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          Insgesamt neun Fälle traten bei Rückkehrern aus Mexiko auf, wo das Virus auch zum ersten Mal festgestellt worden war. Zwei weitere Patienten steckten sich bei zurückgekehrten Mexiko-Reisenden an, und ein Patient infizierte sich in den Vereinigten Staaten mit dem neuartigen Grippe-Virus. Bei den deutschen Erkrankten verlief die Krankheit bisher nicht lebensbedrohlich. Das RKI erklärte am Montag, es sehe für Deutschland derzeit „eine gewisse Stabilisierung“, aber könne noch keine Entwarnung geben. „Mit weiteren Erkrankungen in Deutschland muss gerechnet werden.“

          Ein Todesfall in Costa Rica

          Auch in den Vereinigten Staaten breite sich die Schweinegrippe weiter aus und hat inzwischen 44 der 50 Einzelstaaten erfasst. Die Zahl der bestätigten Erkrankungen ist auf 2532 gestiegen, wie das Seuchenkontrollzentrum am Sonntag mitteilte. Das sind rund 900 Fälle mehr als in Mexiko, wo die Seuche zuerst aufgetreten ist und mit 48 die meisten Todesopfer gefordert hat. In den USA sind bisher drei Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Ein Todesfall wurde am Wochenende aus Costa Rica gemeldet.

          Die Gefahr einer Pandemie ist nicht gebannt - bis zu zwei Milliarden Menschen könnten sich dann nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO mit dem Erreger der Schweinegrippe infizieren. Ob es dazu kommen wird, hängt von der weiteren Entwicklung ab.

          Die bisherige Entwicklung

          Bisher sind weltweit mehr als 4500 Menschen in mindestens 29 Ländern an der Schweingegrippe erkrankt. Insgesamt gibt es 53 Todesfälle. Im einzelnen sieht die Entwicklung wie folgt aus:

          Mexiko: mindestens 1.626 Erkrankungen, 48 Todesfälle; die meisten Universitäten und Kinos sind wieder geöffnet, die meisten Grundschulen sollten am Montag folgen

          Vereinigte Staaten: mindestens 2532 Erkrankungen in 44 amerikansichen Staaten, drei Todesfälle; nur etwa zehn Prozent der Erkrankten haben sich zuvor in Mexiko aufgehalten

          Kanada: 286 Erkrankungen, ein Todesfall Costa Rica: ein Todesfall Großbritannien: 47 Erkrankungen

          Deutschland: zwölf Erkrankungen

          Italien: neun Erkrankungen Japan: vier Erkrankungen

          China: eine Erkrankung auf dem Festland, eine in Hongkong

          Australien: eine Erkrankung

          Frankreich: 15 Erkrankungen

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