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Schmerzmittel mit Nebenwirkungen : Paracetamol in hohen Dosen künftig nur auf Rezept

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Das Schmerzmittel Paracetamol kann in hohen Dosen die Leber schädigen Bild: DIETER RÜCHEL

In hohen Dosen kann Paracetamol die Leber schädigen. Daher gibt es das schmerz- und fiebersenkende Mittel in Deutschland künftig in hohen Dosen nur noch auf Rezept. In anderen Ländern gibt es eine solche Begrenzung bereits.

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          Das weit verbreitete Schmerzmittel Paracetamol gibt es vom 1. Juli an nur noch auf Rezept, wenn in einer Packung mehr als zehn Gramm des Wirkstoffs enthalten sind. Darauf wies die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am Donnerstag in Berlin hin. Hintergrund sind neue Erkenntnisse über schwere Nebenwirkungen bei Überdosierung.

          Richtig angewendet sei Paracetamol ein empfehlenswertes Schmerz- und fiebersenkendes Mittel, auch für Kinder, betonte die Vereinigung der Apothekerverbände. Die Höchstdosis dürfe aber nicht überschritten werden. So seien Leberschäden möglich, wenn ein gesunder Erwachsener einmalig mehr als 10 bis 12 Gramm oder über einen längeren Zeitraum mehr als 7,5 Gramm Paracetamol täglich einnehme. Bei Kindern seien die Grenzwerte geringer.

          Im Zweifel beraten lassen

          Paracetamol sei auch in einigen Kombinationsmedikamenten enthalten, so dass es zu unbeabsichtigten Überdosierungen kommen könne. Medienberichten zufolge versuchen aber auch immer mehr suizidgefährdete Menschen, sich gezielt mit Paracetamol umzubringen. Paracetamol lag demnach zwischen 1997 und 2005 auf Platz eins unter allen Medikamenten, die mit Selbstmordabsicht geschluckt wurden.

          Die Standarddosierung bei Paracetamol-Tabletten ist 500 Milligramm. Nach der neuen Regel dürfen also nur noch Packungen mit bis zu 20 Tabletten rezeptfrei abgegeben werden. In einigen europäischen Ländern gibt es eine solche Begrenzung bereits. In Deutschland waren bislang hingegen auch 30er-Packungen frei verkäuflich in der Apotheke zu haben.

          Die Apotheker wiesen darauf hin, dass man sich im Zweifel immer beraten lassen sollte. Grundsätzlich sollten Schmerzmittel ohne ärztliche Verordnung nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden.

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