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Ryanair : Bald Strafgebühr für Dicke?

  • Aktualisiert am

Passagier auf dem Flughafen in London Heathrow Bild: REUTERS

Übergewichtige Ryanair-Passagiere müssen womöglich in Zukunft mit Sanktionen rechnen: Die Fluggesellschaft erwägt das Einführen einer Extragebühr für Dicke. Das Institut der deutschen Wirtschaft hatte die Fat Tax zunächst als Aprilscherz ins Spiel gebracht.

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          Übergewichtige Passagiere der Billig-Airline Ryanair müssen womöglich in Zukunft mit Sanktionen rechnen: Die irische Gesellschaft erwägt das Einführen einer Extragebühr für Dicke, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatte sich in einer Kundenumfrage fast ein Drittel von 100.000 Befragten dafür ausgesprochen, Reisende mit zu vielen Pfunden auf den Rippen mit einer Strafe zu belegen. Die Gebühr könne auch als Anregung für „sehr umfangreiche Passagiere“ dienen, ein bisschen Gewicht zu verlieren, sagte Ryanair-Sprecher Stephen McNamara.

          Ryanair will nun nach eigenen Angaben die Kunden dazu befragen, wie genau die Gebühr aussehen soll. Eine Möglichkeit wäre demnach, Männer mit mehr als 130 Kilogramm Gewicht für jedes weitere Kilo zahlen zu lassen, Frauen müssten ab 100 Kilo zusätzlich in die Tasche greifen. Auch könnten Passagiere zur Kasse gebeten werden, deren Bauch beide Armlehnen gleichzeitig berührt.

          Gebühr für spezielles Toilettenpapier?

          Die nach der Übergewichtigen-Gebühr zweitpopulärste Idee zur Kostenreduzierung war in der Kundenumfrage eine Gebühr von einem Euro für die Nutzung von Toilettenpapier mit dem Konterfei von Ryanair-Chef Michael O'Leary. O'Leary hatte Anfang des Jahres für Empörung gesorgt mit dem Vorschlag, Passagiere für die Nutzung der Bordtoiletten zahlen zu lassen.

          Bei United Airlines müssen Übergewichtige Passagiere schon seit dem 15. April für einen zweiten Sitz oder ein Upgrade in die Business oder First Class zahlen. Es habe im vergangenen Jahr 700 Beschwerden über übergewichtige Passagiere gegeben, erklärte eine Sprecherin der Airline. Nun könnten sich die Angestellten an eine offizielle Firmenpolitk halten.

          Zunächst nur ein Aprilscherz

          Die neue Regelung kommt zur Anwendung, wenn Passagiere aufgrund ihres Gewichts die Armlehnen nicht herunterklappen, Sitzgurte nicht schließen können und die Plätze neben ihnen besetzt sind. In diesem Fall würden die Stewards zunächst versuchen, zwei freie nebeneinanderliegende Plätze ausfindig zu machen. Gelingt dies nicht, sollen betroffene Passagiere auf weniger volle Flüge verwiesen werden. Die Umbuchungsgebühr muss dann der Passagier zahlen.

          Fluggäste, die sich den Regeln widersetzen, würden vom Flug ausgeschlossen, hieß es. United Airlines ist nicht die erste Fluggesellschaft mit speziellen Regeln für übergewichtige Passagiere. Continental Airlines geht ähnlich vor. Bei einem ausgebuchten Flug bietet Delta Air Lines dicken Passagieren an, einen zweiten Platz im nächstmöglichen Flug zu kaufen. Bei Southwest Airlines müssen Übergewichtige seit 2002 zwei Tickets kaufen.

          Das Institut der deutschen Wirtschaft hatte die Fat Tax noch am ersten April als Aprilscherz ins Spiel gebracht, indem es vermeintliche Argumente für eine an den Body-Mass-Index gekoppelte Reform der Einkommensteuer auflistete. Dieses Steuersystem sei „für jeden an der Waage nachvollziehbar“ und fördere die Gesundheit, warb das Institut in Köln und forderte einen Beschluss, der rückwirkend zum 1. April in Kraft treten solle, noch in dieser Wahlperiode.

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