https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/resistente-malaria-breitet-sich-in-suedostasien-aus-13439910.html

Südostasien : Resistenter Malaria-Erreger breitet sich aus

  • Aktualisiert am

Gefährliche Stiche: Mückenschutz ist Pflicht in Malaria-Gebieten. Bild: dpa

Wer nach Indien oder Myanmar reist, fühlt sich mit einem Notfall-Medikament gegen Malaria meist ausreichend gerüstet. Doch gegen einen neuen resistenten Keim kann eines der gängigsten Produkte nichts ausrichten.

          1 Min.

          Ein resistenter Malaria-Erreger breitet sich nach Forscherangaben in Südostasien aus und steht kurz vor der Grenze Indiens. Gegen den Erreger sei das effektive und viel genutzte Malaria-Medikament Artemisinin wirkungslos, warnt das internationale Team im Fachblatt „Lancet Infectious Diseases“ vom Freitag. Resistente Parasiten seien 25 Kilometer von der indischen Grenze entfernt in Myanmar gefunden worden.

          Eine Ausbreitung auf dem Subkontinent hätte ernste Konsequenzen, schreiben die Forscher um Kyaw Tun vom Myanmar Oxford Clinical Forschungszentrum in Yangon. Die Ausbreitungsrate sei besorgniserregend. Geschätzte 600.000 Menschen sterben jedes Jahr an Malaria, die meisten von ihnen Kinder unter fünf Jahren in Afrika.

          Einfallstor für resistente Erreger

          Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Geschichte wiederhole. In den sechziger Jahren seien gegen andere Wirkstoffe resistente Parasiten in Südostasien aufgetaucht und hätten sich über Myammar nach Indien und von dort über den Rest der Welt verbreitet, berichtete Professor Mike Turner vom Wellcome Trust. Er nannte Myanmar ein Einfallstor, durch das sich resistente Erreger auf den Weg in die Welt machen könnten.

          Schon im vergangenen Sommer hatten Forscher vor Erregern gewarnt, die gegen Artemisinin resistent sind. Sie hätten sich in einigen Regionen Thailands, Kambodschas, Myanmars und Vietnams bereits fest etabliert. Das Team hatte 1200 Patienten in zehn Ländern Asiens und Afrikas untersucht. In den drei afrikanischen Ländern dieser Studie sei der resistente Erreger noch nicht gefunden worden, berichteten die britischen Wissenschaftler im „New England Journal of Medicine“ (“NEJM“).

          Der Malariaerreger wird von infizierten Mücken verbreitet. Die mit hohem Fieber einhergehende Krankheit gilt als eine der tödlichsten Infektionen überhaupt. Malaria kann geheilt werden, viele Erkrankte sterben aber wegen mangelnder medizinischer Versorgung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Als Orte mutmaßlicher Fälle von Cancel Culture gelten oft amerikanische Universitäten. Hier zu sehen ist der Campus der Yale University.

          Cancel Culture : Das laute Schweigen

          Wovon die Rede ist und wovon nicht mehr: Der Literaturwissenschaftler Adrian Daub analysiert den Cancel-Culture-Diskurs als Kampf um Aufmerksamkeit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.