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Krankenhaus-Reportage : Die letzten Heiligen

Überall riecht es nach Desinfektionsmittel: Ein Putzroboter auf dem Flur des Krankenhauses. Bild: Simon Strauß

Sie arbeiten tagsüber, und sie arbeiten nachts. Man muss Pfleger, Schwestern und Ärzte bewundern. Wenn Krankenhäuser nicht funktionieren, wird es gefährlich. Bericht von einer 24-Stunden-Schicht.

          10 Min.

          Ich trage sie jetzt schon ein paar Tage mit mir herum, meine Aufzeichnungen von jener Nacht im Krankenhaus. Von meiner 24-Stunden-Schicht. Es sind Wörter, die für sich genommen keine besondere Bedeutung haben, keine Ausdruckskraft im alltäglichen Leben. Aber in jener Nacht bedeuteten sie alles. Waren sie wie geheime Codewörter, die über Leben und Tod entschieden, neue Hoffnung machten oder Gesichter verfinstern ließen. „Intubieren“ steht da und „Basilaris-Stenose“, „Vitalparameter“ und „Diffusionsstörung“. Ich selbst war bisher nur einmal im Krankenhaus, mit 16 Jahren, nach einem Skiunfall.

          Simon Strauß

          Redakteur im Feuilleton.

          Damals lag ich allein im Zimmer und musste eine Halskrause tragen. Das Essen war in Ordnung, aber in der Toilette ging das Licht nicht aus. Seitdem war ich nie wieder dort. Habe Krankenhäuser nur von außen gesehen, graue Klötze mit belegten Autoparkplätzen und Haupteingängen, vor denen Patienten in Trainingshosen und Badelatschen standen und rauchten. Für mich waren das fremde Orte, in denen die Zeit anders berechnet wurde, entlang von Chefarztvisiten und dem Wechsel von Beatmungsbeuteln. Ich hatte Zweifel daran, dass, wie bei „In aller Freundschaft“, im Schwesternzimmer immer Schokoladen-Hasen stehen.

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